Die Sagen-Tour durch Kopenhagen: Eine magische Führung zu Fuß durch Mythen und Legenden

Kopenhagen ist eine Stadt, die niemals stillsteht. Bei jedem Besuch erfand sich die dänische Hauptstadt für mich aufs Neue. Es war bereits mein 4. Aufenthalt in Kopenhagen – und jeder war völlig einzigartig. Ich war schon mit dem Camper hier, bin mit dem PKW angereist, habe die Stadt im Sattel meines Fahrrads auf meiner großen Umrundung von Dänemark erkundet und bin dieses Mal ganz entspannt mit dem Fernbus gelandet. Egal wie man anreist: Kopenhagen ist immer wahnsinnig spannend, verändert sich rasant und begeistert durch eine unglaubliche Vielfalt. Eins weiß ich jetzt schon: Ich werde garantiert wiederkommen! Mal sehen, mit welchem Gefährt es beim nächsten Mal sein wird.

Für alle, die Kopenhagen an einem Tag von einer ganz anderen, magischen Seite erleben möchten, habe ich diese besondere Stadtführung durch Kopenhagen zusammengestellt. Wir wandern auf den Spuren von mächtigen Wikinger-Göttinnen, schlaufeuernden Drachen, sturen Prinzessinnen und mystischen Zauberwesen.

Hier ist deine Route für einen unvergesslichen Tag voller Kultur, Sagen und Legenden!

Station 1: Der Start am Rathausplatz (Rådhuspladsen) & Der Drachenbrunnen

Unsere magische Tour beginnt mitten im pulsierenden Herzen der Altstadt auf dem Rathausplatz. Direkt vor dem imposanten Rathaus steht der berühmte Drachenbrunnen (Dragespringvandet).

  • Die Legende in Kürze: Der Brunnen zeigt den epischen Kampf zwischen einem nordischen Stier und einem gefährlichen Drachen – ein altes Symbol für den ewigen Wettstreit zwischen Ordnung und Chaos. Doch die eigentlich amüsante Sage dreht sich um eine Pannen-Geschichte: Weil der Stadt jahrzehntelang das Geld fehlte, stand hier fast 20 Jahre lang nur das leere Steinbecken. Die Kopenhagener spotteten über das Bauwerk und nannten es nur den „Spucknapf von Kopenhagen“, bis 1923 endlich die echten Bronze-Drachen einzogen! (Hier geht es zur ausführlichen Geschichte des Drachenbrunnens)

Vom Spucknapf zum Wahrzeichen: Das wilde Drama um den Kopenhagener Drachenbrunnen

Der Weg von Station 1 zu Station 2 (ca. 8 Minuten Fußweg)

Vom Rathausplatz überqueren wir die belebte Fußgängerzone Strøget und schlendern durch die historischen Altstadtgassen in Richtung Norden. Nach wenigen Hundert Metern stehen wir vor dem imposanten, stufenlosen Backsteinturm.

Kopenhagener Rathausplatz (Rådhuspladsen) Dänemark

Station 2: Der Runde Turm (Rundetårn)

Der 36 Meter hohe Runde Turm aus dem 17. Jahrhundert ist weltberühmt für seine stufenlose, 209 Meter lange Reitwendel, die sich wie eine Stein-Schnecke nach oben windet.

  • Die Legende in Kürze: König Christian IV. hatte nach jahrelangen königlichen Festmahlen schlichtweg keine Lust mehr auf anstrengendes Treppensteigen. Die Legende besagt, dass der Monarch so stur und bequem war, dass er kurzerhand eine breite Steinrampe bauen ließ, um mit seinem Pferd und später sogar mit einer vierspännigen Kutsche im vollen Galopp bis nach oben ins Observatorium zu donnern! (Hier geht es zur ausführlichen Geschichte des Runden Turms)

Stau auf der Schnecke: Die königliche Fahrschule im Runden Turm von Kopenhagen

Der Weg von Station 2 zu Station 3 (ca. 7 Minuten Fußweg)

Wir lassen den Runden Turm hinter uns, überqueren die Købmagergade und spazieren direkt in die grüne Lunge der Innenstadt: den königlichen Garten (Kongens Have). Vor uns erheben sich die romantischen Turmspitzen eines echten Märchenschlosses.

 

Station 3: Schloss Rosenborg (Rosenborg Slot)

Mitten im Park thront das zierliche Renaissance-Schloss Rosenborg, in dem heute die dänischen Kronjuwelen bewacht werden.

  • Die Legende in Kürze: Das Schloss wird vom Geist der Prinzessin Sophia Hedwig heimgesucht. Die Prinzessin war zu Lebenszeiten so eigenwillig, dass sie jeden heiratswilligen Prinzen Europas eiskalt abblitzten ließ. Als Single-Geist spukt sie bis heute durch die Prunkräume. Immer wenn sich verliebte Pärchen im Schloss zu nahe kommen, lässt ihr Poltergeist urplötzlich intensiven Rosenduft durch die Gänge wehen, um zu warnen: Übertreibt es nicht mit der Romantik! (Hier geht es zur ausführlichen Geschichte von Schloss Rosenborg)

Der verliebte Poltergeist von Schloss Rosenborg: Warum Prinzessin Sophia keine Lust auf Hochzeiten hatte

Der Weg von Station 3 zu Station 4 (ca. 12 Minuten Fußweg)

Nach dem Abstecher ins Grüne verlassen wir den Königsgarten nach Südosten, schlendern vorbei am malerischen Kanal von Nyhavn und erreichen die historische Schlossinsel Slotsholmen.

Station 4: Die Alte Börse (Børsen)

Das beeindruckende Renaissance-Gebäude der alten Börse mit seinen typischen Treppengiebeln ist ein zentrales Monument der dänischen Handelsgeschichte.

  • Die Legende in Kürze: Der weltberühmte Turm aus den ineinander verschlungenen Schwänzen von vier Drachen sollte das Gebäude magisch vor Katastrophen schützen. Die Sage erzählt, wie der Börsendrache nach 400 Jahren treuen Dienstes auf einer Jubiläumsparty etwas zu tief ins Glas schaute. Durch einen bösen Party-Schluckauf entwich seinen Nüstern ein Funke, der das Dach in Brand steckte. Zerfressen von Reue baut der Drache das Gebäude heute höchstpersönlich hinter den verschlossenen Baustellenplanen wieder auf! (Hier geht es zur ausführlichen Geschichte der Börse)

Das Geheimnis hinter den Planen: Wer baut Kopenhagens historische Börse wirklich wieder auf?

Der Weg von Station 4 zu Station 5 (ca. 3 Minuten Fußweg)

Nur ein paar Schritte über den Schlossplatz trennen die Börse vom gewaltigen Komplex des dänischen Parlaments.

Schloss Christiansborg Kopenhagen Dänemark

Station 5: Schloss Christiansborg (Christiansborg Slot)

Schloss Christiansborg ist der Sitz des dänischen Parlaments, des Ministerpräsidenten und des Obersten Gerichts – ein wahrer Machtdemonstrations-Bau auf der Insel Slotsholmen.

  • Die Legende in Kürze: Auf dem Fundament der alten Bischofsburg liegt ein uralter Fluch. Die Geschichte erzählt vom feurigen Rachegeist von Slotsholmen, der keinen Hochmut duldet. Immer wenn die Herrscher zu protzig wurden, schlug der Geist erbarmungslos zu: Mehrere Male brannte das riesige Schloss in gigantischen Infernos lichterloh nieder. Erst seitdem das Haus der Demokratie und dem Volk dient, ruht der feurige Spuk. (Hier geht es zur ausführlichen Geschichte von Schloss Christiansborg)

Der Weg von Station 5 zu Station 6 (ca. 15 Minuten Fußweg)

Wir verlassen die Schlossinsel über die Børsbroen-Brücke, überqueren den breiten Hafenkanal nach Christianshavn und betreten ein völlig autonomes Universum.

Das Schloss der Flammen: Die unheimliche Legende von Schloss Christiansborg

Station 6: Die Freistadt Christiania

Die weltberühmte alternative Anarcho-Siedlung Christiania verzaubert durch bunte Selbstbau-Häuser, Graffiti-Kunst und eine ganz eigene Lebensphilosophie.

  • Die Legende in Kürze: Bevor Hippies 1971 die verlassene Militärkaserne besetzten, gehörten die alten Festungswälle laut skandinavischer Sage dem mystischen Elverfolk – einem Volk aus Elfen und Naturgeistern. Die Zauberwesen lockten nachts verirrte Wanderer in die Erdhöhlen. Als die Soldaten die Kasernen verließen, kehrten die Elfen zurück und leben seitdem friedlich Seite an Seite mit den Aussteigern der Freistadt. (Hier geht es zur ausführlichen Geschichte von Christiania)

Von Zauberwesen zur Anarchie: Die faszinierende Geschichte des Freistaats Christiania

Der Weg von Station 6 zu Station 7 (ca. 20 Minuten Fußweg oder Kurze Fahrt mit dem Wassertaxi)

Von Christiania spazieren wir Nordwärts entlang der Uferpromenade in Richtung Langelinie-Park, vorbei an alten Festungsanlagen und mit herrlichem Blick auf den Kopenhagener Hafen.

Station 7: Der Gefion-Brunnen (Gefionspringvandet)

Direkt neben der historischen Festung Kastellet stürzt das Wasser des imposanten Gefion-Brunnens über kaskadenförmige Felsen.

  • Die Legende in Kürze: Die mächtige Wikinger-Sage erzählt von der Göttin Gefion, die dem schwedischen König das Versprechen abrang, so viel Land zu bekommen, wie sie in 24 Stunden umpflügen könne. Sie verwandelte ihre vier Riesen-Söhne in gewaltige Ochsen, riss ein riesiges Stück Land aus Schweden heraus und zog es mitten in die Ostsee. So entstand die dänische Hauptinsel Seeland – und das Loch in Schweden wurde zum Mälaren-See! (Hier geht es zur ausführlichen Geschichte der Gefion-Sage)

Die Gefion-Sage: Wie vier Ochsen eine ganze Insel aus Schweden rissen

Weg von Station 7 zu Station 8 (ca. 5 Minuten Fußweg)

Wir folgen dem Meeresufer nur wenige Schritte weiter nach Norden entlang der Promenade Langelinie bis zum berühmtesten Felsen Dänemarks.

Die Kleine Meerjungfrau (Den Lille Havfrue)

Station 8: Die Kleine Meerjungfrau (Den Lille Havfrue)

Das unangefochtene Wahrzeichen der Stadt sitzt auf seinem Stein im Wasser und blickt sehnsüchtig auf den Hafen von Kopenhagen.

  • Die Legende in Kürze: Hans Christian Andersen schrieb einst die tragische Geschichte der Meerjungfrau auf. Doch die inoffizielle Legende verrät die Wahrheit: Nachdem sie den Prinzen gerettet hatte, stieg sie zur ersten großen Promi-Influencerin Kopenhagens auf! Der Ruhm stieg ihr jedoch so sehr zu Kopf, dass sie etliche Schönheits-OPs machen ließ. Heute lässt sie meist ihr Stunt-Double aus Bronze auf dem kalten Felsen frieren, während sie selbst entspannt in den Hafenbars von Kopenhagen abhängt. (Hier geht es zur ausführlichen Geschichte der Kleinen Meerjungfrau)

Die Wahrheit über die Kleine Meerjungfrau von Kopenhagen: Vom Märchen-Mysterium zur Party-Influencerin

Fazit deiner magischen Stadtführung durch Kopenhagen

Mit diesen acht Stationen hast du Kopenhagen an einem Tag auf eine Weise erlebt, wie sie in keinem normalen Reiseführer steht. Von gruseligen Schlossgeistern über feurige Drachen bis hin zu cleveren Wikinger-Göttinnen zeigt diese Route, wie lebendig die Kultur und die Sagen Dänemarks bis heute sind.

Speichere dir diese Führung durch Kopenhagen ab, klicke dich durch die ausführlichen Einzelgeschichten und entdecke die Magie der dänischen Hauptstadt auf eigene Faust!

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