Der weiße Hirsch von Montier-en-Der

Dunkle Sumpfmasken. Flüstern. Der Tod. Bercharius stemmte sich gegen das undurchdringliche Dickicht des Der-Waldes, während der modrige Schlamm gierig nach seinen Beinen griff. Er war ein Getriebener Gottes, auf der Suche nach einem Ort, der bisher nur dem Vergessen gehörte. Plötzlich zerriss ein Ästenknacken die unheimliche Stille. Aus dem dichten Nebel trat ein gewaltiger Hirsch hervor, sein Geweih glänzte wie poliertes Silber im fahlen Licht der Eichen.

Das Tier floh nicht. Es sah Bercharius aus tiefschwarzen Augen an, drehte sich um und schritt mit einer Leichtigkeit über den tückischen Boden, die jedem Sterblichen verwehrt blieb. Bercharius folgte dem schimmernden Fell tiefer in das Herz der Wildnis, vorbei an tückischen Strudeln und uralten Baumriesen. Nach Stunden der Erschöpfung hielt der Hirsch an einer verborgenen Lichtung inne. Dort, wo seine Hufe den Boden berührten, entsprang eine kristallklare Quelle.

Der Hirsch verneigte sein Haupt vor dem heiligen Mann und verschwand in der Dunkelheit. Bercharius wusste: Das war kein Tier, sondern ein Wegweiser des Himmels. Genau hier, wo das Wasser das Land heilt, legte er den Grundstein für die Abtei Montier-en-Der. Wo einst das Grauen herrschte, wuchs nun Stein auf Stein – ein Bollwerk des Glaubens gegen die Urgewalt des Waldes.

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