Der Drache der Wutachschlucht: Warum Veränderung das echte Leben ist

Der Drache der Wutachschlucht: Warum Veränderung das echte Leben ist Es gibt Tage, an denen plant man eine ganz normale Wanderung durch den Schwarzwald. Festes Schuhwerk, Vesperbrot im Rucksack, die übliche Portion Zuversicht. Und dann gibt es Tage, an denen steht man tief im feuchten Dickicht der Wutachschlucht und streitet sich mit einem handgroßen, gelb-schwarz gefleckten Relikt aus der Urzeit über die Sinnhaftigkeit des menschlichen Daseins. Die Wutachschlucht zeigt sich an diesem Tag von ihrer absolut klischeehaften Seite: Moosbewachsene Felswände, das stetige Rauschen des Wassers, kühle, leicht klamme Luft und Stufen – unzählige Stufen aus feuchtem Holz und glitschigem Stein. Ich war gerade im perfekten Wander-Trott, spulte Höhenmeter um Höhenmeter ab, als mein Fuß mitten in der Luft verharrte. Direkt auf der Kante einer hölzernen Treppenstufe saß er. Ein Feuersalamander. Oder besser gesagt: Ein Zwergdrache mit enormer Haltungsschwäche. Er hatte die Statur einer etwas zu vollgestopften Nürnberger Rostbratwurst, glänzte wie frisch lakkiert und würdigte mich keines einzigen Blickes. Ich balancierte auf einem Bein, um das Tierchen nicht mit meinen Profilsohlen in die ewigen Jagdgründe zu befördern, fuchtelte kurz mit den Armbandstöcken und ließ mich schließlich auf der Stufe darüber nieder. „He, du kleiner Feuerdrache“, sagte ich leicht außer Atem. „Hast du nicht ein bisschen Angst, dass ich einfach über dich drüberstolpere, wenn du mitten auf dem Weg deine Pause einlegst?“ Der Kleine drehte ganz, ganz langsam den Kopf. Wenn Blicke töten könnten, wäre ich an Ort und Stelle zu Asche zerfallen – da nützte mir auch der Funktionspullover nichts. Er blinzelte zweimal mit der Gelassenheit eines Wesens, das bereits die Eiszeit überlebt hat und nun wirklich keine Lust auf Smalltalk mit einem Touristen hatte. „Ich sitze nicht auf deinem Weg“, erwiderte er. Seine Stimme klang wie zwei kühle Kieselsteine, die man unter Wasser aneinanderreibt, garniert mit einer tüchtigen Portion badisch-mürrischer Grundaggressivität. „Ich sitze vor meinem Haus. Und wenn es hier draußen nicht so verflucht kalt wäre und meine Glieder etwas wärmer wären, wäre ich auch schon längst über alle Berge. Aber im Moment brauche ich eben etwas länger. Und du mit deinen stelzigen, endlosen Beinen wirst es ja wohl auf die Reihe bekommen, einen Bogen um mich zu machen, oder?“ Ich musste unwillkürlich grinsen. Ein Amphib mit Ego-Problemen. „Ja, ja, ist schon gut“, beschwichtigte ich den Minidrachen. „Sei nicht gleich so mürrisch. Wenn du eh hier festsitzt und auf deine Betriebstemperatur wartest: Erzähl mir lieber mal was über die Wutachschlucht.“ Der Salamander schnaubte. Ein winziger Nebelstreif entwich seiner Schnauze – vermutlich Einbildung, aber zu seinem Drachen-Image hätte es gepasst. „Ihr Menschen nennt sie so“, sagte er und schüttelte demonstrativ den Kopf. „’Wutachschlucht‘. Für uns hat der Fluss keinen Namen. Wozu auch? Er hört sowieso nicht, wenn man ihn ruft. Ich und meine Ahnen sind schon ewig hier. Aber vorher war der Fluss schon da. Und der Berg auch. Sie spielen zusammen. Immer und immer wieder das gleiche Spiel.“ Er machte eine winzige Pause, um mit einer Vorderpfote eine mikroskopisch kleine Kletterbewegung anzudeuten, die ihn schätzungsweise drei Millimeter nach vorne brachte. „Der Berg versperrt dem Fluss den Weg“, fuhr er fort, „und der Fluss sucht sich stur einen neuen. Dann gräbt und nagt er wieder so lange an den Füßen des Berges, bis dieser die Geduld verliert und ein paar tennisfeldgroße Felsbrocken ins Flussbett krachen lässt. Und zack – geht alles von vorne los. Das ist wunderbar! Durch die ständige Veränderung entsteht immer wieder eine völlig neue Landschaft. Uns wird hier nie langweilig.“ Ich zog die Augenbrauen hoch. „Na ja“, warf ich ein, „die Idee ist ja ganz romantisch, aber manchmal sind durch genau solche Erdrutsche hier auch schon Häuser eingestürzt. Und bei Hochwasser hat es Brücken weggespült. Das finden wir Menschen eher semitoll.“ Der Feuersalamander stieß ein Geräusch aus, das unverkennbar ein Lachen sein sollte. Es klang wie das Trocknen von feuchtem Laub. „Ach, die Menschen!“, rief er aus und blickte gen Himmel. „Die beiden – der Berg und der Fluss – lieben die Veränderung nun mal. Sie dachten wahrscheinlich sogar, sie tun euch einen Gefallen mit der ganzen Dynamik! Aber ihr mögt keine Veränderungen, was? Ihr habt eine Mordsangst davor! Ihr baut ein Holzhaus auf ein Rutschgebiet, gebt jedem Baum, jedem Stein und jedem Bach einen Namen und behauptet dann allen Ernstes, das Zeug würde euch gehören!“ Er schüttelte erneut den Kopf, diesmal mit ehrlichem Mitleid. „Das müsstest du dir mal aus der Vogelperspektive anhören. Das ist ja gerade so, als würde dieser kleine, grüne Käfer da drüben behaupten, ihm gehöre die dreihundertjährige Eiche, auf die er seit heute Morgen hinaufkrabbelt!“ Er zeigte mit der Schnauze auf eine Baumwurzel, auf der tatsächlich ein kleiner Waldmistkäfer eifrig unterwegs war. Ich kratzte mich am Hinterkopf. So ganz unrecht hatte der kleine Kerl ja nicht. Aber ein bisschen Ehre musste ich für meine Spezies dann doch verteidigen. „Na hör mal“, sagte ich, „du willst doch wohl auch nicht, dass einfach jemand kommt und deine Höhle kaputtmacht!“ „Pah!“, machte der Drache und winkte gedanklich ab. „Dann baue ich mir eben eine neue! Veränderungen gehören zum Leben dazu. Wenn der Fluss das nächste Mal seine Richtung ändert und die Uferböschung wegreißt, gibt es genau dort drüben wieder wunderbare, weiche Erde, in die ich perfekte neue Gänge graben kann. Nur ihr Koryphäen kapiert das eben nicht. Menschen eben! Mit euren riesigen Plastikschuhen tretet ihr alles platt, was nicht bei Drei im Moos verschwunden ist, und euren Müll schmeißt ihr auch noch überall hin.“ Ich hob abwehrend die Hände. „Hey, hey! Ich hinterlasse keinen Müll! Du hast aber wirklich eine lausige Laune heute, du kleiner feuriger Drache.“ Der Salamander richtete sich so weit auf, wie es seine kurzen Beinchen zuließen. Er blähte die Brust auf, wodurch seine gelben Warnstreifen noch etwas knalliger wirkten. „Sei du bloß froh, dass ich nicht größer bin!“, drohte er und funkelte mich aus seinen schwarzen Knopfaugen an. „Wäre ich so groß wie eine eurer Einbauküchen, würde ich dich auf der Stelle verspeisen! Wie einen knackigen Saftkäfer zum Frühstück! Und nun verschwinde hier, ich habe keine Zeit mehr für deine philosophischen
Der Wächter vom Zeller Horn beim Schloss Hohenzollern

Der Wächter vom Zeller Horn beim Schloss Hohenzollern Die Abendsonne warf lange, goldene Schatten über die Albkante, als ich mein Tagesziel erreichte. Ich stand auf der Felsenkuppe des Zeller Horns, einem jener atemberaubenden Aussichtspunkte direkt gegenüber der Burg Hohenzollern. Tief unten lag das Städtchen Hechingen, sanft eingebettet in ein Meer aus grünem Hügelland, während drüben auf dem Zeugenberg die mächtige Festung wie eine Krone im Abendlicht thronte. Es war ein magischer Ort. Ein paar verwitterte Parkbänke luden dazu ein, den Rucksack abzusetzen, die Beine auszustrecken und einfach nur den Augenblick zu genießen. Ich war nicht der Einzige, der vom Zauber dieser Stunde angelockt worden war: Einige Wanderer rasteten leise schwätzend im Gras, und ein Stück weiter wartete ein Landschaftsfotograf geduldig mit seinem Hund. Das Stativ war bereits aufgebaut, die Kamera exakt auf die feurige Silhouette der Burg ausgerichtet. Alles wirkte friedlich, fast schwebend im Übergang von Tag zu Nacht. Ich verlor mich gerade in dem friedlichen Panorama, als ich Schritte im Laub hörte. Das trockene Holz eines langen Wanderstocks knackte im Takt eines langsamen, aber erstaunlich stetigen Schrittes. Aus dem Schatten der dichten Buchen trat ein alter Mann. Seine Gestalt hatte etwas vollkommen Zeitloses: Er trug einen breitrandigen Strohhut, der sein Gesicht fast gänzlich im Schatten verbarg, und stützte sich auf einen astigen Holzstab, der beinahe so groß war wie er selbst. Der Mann hielt inne, rückte seinen Hut etwas nach hinten und blickte schweigend über das weite Land in die Ebene hinaus. Dann wandte er sich um, steuerte zielsicher meine Brikettbank an und blieb davor stehen. „Darf ich mich zu Ihnen gesellen?“, fragte er mit einer tiefen, leicht rauen Stimme. „Aber natürlich“, antwortete ich und rückte ein Stück zur Seite. „Platz genug ist da.“ Der Alte setzte sich langsam. Er legte beide Hände um den Knauf seines riesigen Holzstocks, stemmte das Kinn auf die Fingerknöchel und starrte hinüber zur Burg Hohenzollern. „Nur eines sage ich, dann schweige ich, denn ich will niemanden stören“, begann er unvermittelt und blickte nicht einmal zu mir herüber. „Heute ist wieder ein fantastischer Abend, um auf das Schloss zu blicken.“ Ich schmunzelte über die seltsame Förmlichkeit seines ersten Halbsatzes, war aber froh über die Ansprache. „Das stimmt“, erwiderte ich geschmeidig. „Die Fernsicht heute ist unglaublich. Man sieht schier unendlich weit ins Land hinein.“ Der alte Mann nickte bedächtig, ohne seine Haltung zu verändern. „Nur eines sage ich dazu, dann schweige ich wieder: Man kann von der großen Stadt Stuttgart, in der sie diesen modernen Fernsehturm gebaut haben, bis hinüber nach Rottweil blicken, wo sie neuerdings den anderen, noch höheren Turm aufgestellt haben.“ Seine Formulierung – wo sie des anderen Turm gebaut haben – klang wunderlich altertümlich. Ich drehte mich etwas mehr zu ihm um. „Ich wollte mir das Schloss drüben heute eigentlich aus der Nähe ansehen“, erzählte ich frei heraus. „Aber als ich unten am Tor stand, wurde ich abgewiesen. Alles reserviert für eine geschlossene, private Gesellschaft.“ Der Alte stieß ein leises, trockenes Glucksen aus. „Nur eines sage ich noch… Sie müssen oft solche Feiern ausrichten. Denn sie müssen das Schloss bezahlen. So etwas ist teuer. Sehr teuer.“ „Wem gehört das Anwesen denn heute eigentlich genau?“, hakte ich nach. Er strich mit der faltigen Hand über das ausgetretene Holz seines Wanderstocks. „Die Mauern, die Sie dort drüben sehen, sind gar nicht sehr alt. Vielleicht einhundertfünfzig Jahre, oder nur wenig mehr. Die einstigen Herren dieses steilen Berges waren vor langer Zeit weggezogen, hatten das Interesse verloren. Aber ein junger Mann aus der Familie besuchte die Gegend schließlich wieder, als er auf seiner großen Bildungsreise war. Dabei fand er die alte Burg vor, die inzwischen nichts weiter als eine romantische, überwachsene Ruine war. Und er beschloss auf der Stelle, sie neu erbauen zu lassen.“ „Aber doch sicherlich nicht mehr als echte, wehrhafte Burg?“, warf ich ein. Er schüttelte langsam den Kopf. Der Strohhut warf tiefe Schatten über sein Gesicht. „Nein. Als romantisches Traumschloss. Einigen gefiel das ganz und gar nicht.“ Ich betrachtete das Profil des Alten aufmerksam, während er sprach. In der Art, wie er die Worte betonte, lag eine subtile, fast bittere Schärfe. Für einen kurzen, skurrilen Moment hatte ich nicht den Eindruck, einem Geschichtsinteressierten zuzuhören, sondern jemandem, der diesen Umbau persönlich als Beleidigung empfunden hatte. „Aber heute ist es doch wunderschön anzusehen“, versuchte ich die prachtvolle Kulisse zu verteidigen. „Ein echtes Märchenschloss.“ Der Mann richtete sich ein wenig auf. Seine Griffknöchel am Holzstock traten weiß hervor. „Ich sage nur noch eines, dann schweige ich für immer: Man erzählt sich, es gab auf der Ruine der alten Burg einst einen Wächter. Er war in seinem Dienst eingeschlafen – müde von endlosen Wachen – und hatte deshalb keinen Alarm geschlagen, als die Feinde im Schutz der Nacht herannahten. Zur Strafe für sein Versagen wurde er dazu verdammt, ewiglich die Ruine zu bewachen. Und glauben Sie mir: Er nimmt seine Aufgabe bis heute sehr ernst.“ Ich schmunzelte amüsiert über den plötzlichen Ausflug in die Geisterwelt. „Aber dann kann er doch heute genauso gut das neue Schloss bewachen! Wo ist da schon der Unterschied? Bei Gespenstern nimmt man das doch hoffentlich nicht so genau mit der Baugeschichte“, fügte ich mit einem Augenzwinkern hinzu. Als das Wort „Gespenster“ fiel, ging eine merkwürdige Veränderung durch den Alten. Er straffte den Rücken so ruckartig, dass das Holz der Parkbank leise knarrte. Instinktiv wandte ich ihm mein Gesicht voll zu. Er blickte mich nicht an. Sein Blick fixierte scharf die dunklen Zinnen drüben auf dem Zeller Berg. „Nur eines sage ich noch“, sagte er, und seine Stimme klang auf einmal hart wie Granit. „Die ehrsamen Soldaten der alten Garde können oft nicht genau unterscheiden… nicht zwischen Feinden, die einst brüllend und mit gezückten Klingen auf die Burg rannten, und heutigen Touristen, die ebenfalls laut gröllend und schreiend im Burghof einfallen. So gab es unglücklicherweise im Laufe der Jahre einige… Verwechslungen.“ Er hielt inne. Dann fügte er ganz leise, fast murmelnd und nur zu sich selbst gewandt, hinzu: „Die ich sicher nicht zu verantworten hatte!“ Ein fröstelnder Schauer lief mir plötzlich über
Das Lachen im tiefen Blau: Die bezaubernde Legende der Schönen Lau

Das Lachen im tiefen Blau: Die bezaubernde Legende der Schönen Lau Wer auf seiner Reise durch das schwäbische Urgeschichtstal nach Blaubeuren kommt, traut seinen Augen kaum. Am Fuße der felsigen Alb thront der Blautopf – eine Karstquelle, deren Wasser so unbegreiflich intensiv türkisblau leuchtet, als hätte jemand eine gigantische Ladung Tinte hineingekippt. Doch das schimmernde Blaus hat keinen chemischen Ursprung. Es ist das Erbe einer der romantischsten, lustigsten und berührendsten Legenden der dänischen… äh, schwäbischen Geschichte: Die Sage von der Schönen Lau! Eine Nixe im Exil und ein königlicher Beziehungs-Knatsch Tief im Schwarzen Meer herrschte einst ein mächtiger Wasserkönig. Seine Gemahlin war die Schöne Lau – eine atemberaubend hübsche Nixe mit langem, fließendem Haar und bezaubernden Zügen. Doch so wunderschön die Lau auch war, über ihrer Ehe lag ein dunkler Schatten. Die Schöne Lau war furchtbar schwermütig, brachte nur todgeborene Kinder zur Welt und hatte in ihrem ganzen Leben noch kein einziges Mal gelacht. Keine Witze, kein Schmunzeln, nicht einmal ein müdes Lächeln. Der Wasserkönig – am Rande des Verzweiflungswahnsinns – fasste schließlich einen drastischen Entschluss. Er verbanne seine melancholische Gattin ins deutsche Binnenland, genauer gesagt in den bodenlosen Blautopf auf der Schwäbischen Alb. Seine Abschiedsworte waren glasklar: „Du kehrst erst wieder ins Schwarze Meer zurück und schenkst mir einen Stammhalter, wenn du genau fünfmal aus tiefstem Herzen gelacht hast!“ Eine Herkulesaufgabe für eine Nixe, die zum Lachen bisher immer in den tiefsten Keller gegangen war. Luxus-Wohnen auf dem Grund des Blautopfs Im Blautopf angekommen, richtete sich die Lau auf dem Grund der tiefen Höhle häuslich ein. Statt in Wehmut zu vergehen, baute sie sich unter Wasser einen gläsernen, prunkvollen Palast mit Teppichen aus feinstem Algenflor und Wänden aus glitzernden Bergkristallen. Wenn die Sonneneinstrahlung perfekt war, tauchte sie an die Oberfläche und blickte neugierig auf das Städtchen Blaubeuren. Die Einheimischen hatten Heidenangst vor der geheimnisvollen Nixe. Wenn jemand versuchte, die Tiefe des Blautopfs mit einem Bleilot an einer Schnur zu messen, schnappte sich die Lau die Schnur, schnitt das Blei ab und rief kichernd (aber noch nicht lachend!) nach oben. Doch gegen die Einsamkeit half auch der schönste Unterwasserpalast nichts. Die Schöne Lau brauchte Gesellschaft – und zwar echte, menschliche! Die Wirtin und der schwäbische Humor-Crashkurs Gleich neben dem Blautopf lag die Klosterschänke, geführt von der herzensguten Wirtin Betha. Als die Wirtin eines Tages am Ufer saß und Gemüse wusch, tauchte die hübsche Nixe vorsichtig auf. Aus dem anfänglichen Erschrecken entwickelte sich eine wunderbare Frauenfreundschaft. Die Wirtin lud die Lau in ihre warme Stube ein. Weil die Nixe aber keine Menschenfüße, sondern eine elegante Fischflosse besaß, schwamm sie durch den unterirdischen Abfluss direkt in den Kessel der Schänkenküche! Die Wirtin kaufte ihrer neuen Freundin schöne Kleider, fütterte sie mit schwäbischen Maultaschen und versuchte verzweifelt, die traurige Wasserfrau aufzuheitern. Lachen Nr. 1: Als die Wirtin der Nixe ein buntedefizitäres Mieder anzog und die Lau im Spiegel sah, wie absurd sie als Halb-Fisch in Schwaben-Tracht aussah, gluckste sie das erste Mal los. Das Wasser im Blautopf färbte sich vor Freude strahlend hellblau! Lachen Nr. 2 & 3: Das lustige Zusehen beim schwäbischen Volkstanz und die ständigen Sticheleien der Schänken-Magd trieben der Lau die nächsten Lacher aus der Kehle. Lachen Nr. 4: Als der Wirt nach ein paar Bechern Wein stolperte und samt einem Stapel Holzteller im hohen Bogen in die Mehlkiste segelte, bog sich die Lau vor Vergnügen. Das erlösende fünfte Lachen Es fehlte nur noch ein einziges Lachen für die Freiheit! Das Schicksal schlug zu, als der kleine Sohn der Wirtin am Ufer spielte und versehentlich seinen hölzernen Kreisel ins tiefste Wasser fallen ließ. Er brach in bitterliche Tränen aus. Die Lau tauchte auf, holte den Kreisel aus der Tiefe und begann, das Spielzeug auf der Wasseroberfläche wie verrückt tanzen zu lassen. Der Junge klatschte begeistert in die Hände, machte einen albernen Freudensprung und purzelte dabei vor lauter Schwung rückwärts ins weiche Moos. Da passierte es: Die Schöne Lau schlug die Hände vor das Gesicht und brach in ein befreiendes, glockenhelles und ehrliches Lachen aus, das durch das ganze Tal hallte! Der Bann war gebrochen. Das Happy End im Schwarzen Meer Die Schöne Lau verabschiedete sich unter Tränen der Dankbarkeit von der Wirtin und den Menschen in Blaubeuren. Sie hinterließ dem Ort zum Dank wertvolle Schätze aus ihrem Palast und schlüpfte durch die tiefen Höhlengänge zurück ins Schwarze Meer. Dort schloss sie ihren Wasserkönig in die Arme, schenkte ihm bald darauf gesunde Thronfolger und verlernte das Lachen nie wieder. Wenn du heute am Blautopf stehst und das Wasser so magisch leuchtet, dann weißt du ganz genau: Es ist die Erinnerung an das schönste Lachen der Schwäbischen Alb!
10 Tage mit dem Wohnmobil in Mittelfranken und Donau-Ries – Sehenswürdigkeiten und Wohnmobilstellplätze

10 Tage mit dem Wohnmobil in Mittelfranken und Donau-Ries- Sehenswürdigkeiten und Wohnmobilstellplätze Die Route für Wohnmobile: Ca. 250 KM Die Route startet in Nördlingen, macht dann einen Abstecher nach Baden-Württemberg zum Berg Ipf, führt weiter über die Ferienregion Fränkisches Seenland, über Gunzenhausen und Weißenburg nach Pappenheim, erreicht über Eichstätt die Donau bei Neuburg an der Donau und führt über Donauwörth und Harburg wieder zurück zum Ausgangspunkt. Es werden die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und viele gute, teilweise kostenlose Wohnmobilstellplätze beschrieben. Ebenso wollen wir uns die Wohnmobil-Entsorgungsstationen ansehen. Auch wird es einige Tipps für Familien, Tipps für Hunde und Tipps zum Baden geben. Die Anfahrt: Die Anfahrt ins Nördlinger Ries: Von München, Stuttgart und Nürnberg unter 2 Stunden. Von Köln 5, und von Berlin in 6 Stunden. Tag 1: Nördlingen im Nördlinger Ries Infobox: Nördlingen ist eine charmante Stadt in Bayerisch-Schwaben, die durch ihre einzigartige Geschichte und ihre gut erhaltene Altstadt besticht. Sie liegt im Nördlinger Ries, einem riesigen Einschlagskrater eines Meteoriten, der vor Millionen von Jahren entstand. Die Altstadt von Nördlingen ist von einer vollständig erhaltenen Stadtmauer umgeben, die zu einem Spaziergang einlädt. Besonders sehenswert ist die St.-Georgs-Kirche mit ihrem hohen Turm, dem „Daniel“, von dem aus man einen atemberaubenden Blick über die Stadt und das Ries hat. https://www.noerdlingen.de/tourismus Wandertipp: Nördlingen Stadtmauer Die Nördlinger Stadtmauer ist ein einzigartiges Bauwerk, das die mittelalterliche Altstadt vollständig umgibt. Mit einer Länge von 2,6 Kilometern ist sie die einzige Stadtmauer Deutschlands, die einen vollständig erhaltenen, begehbaren und überdachten Wehrgang besitzt. Von den fünf Toren aus gelangt man auf die Mauer und kann so die Stadt aus einer ganz neuen Perspektive betrachten. Der Spaziergang auf der Mauer bietet nicht nur einen beeindruckenden Ausblick, sondern auch einen Einblick in die Geschichte der Stadt. Die Stadtmauer wurde im 14. Jahrhundert erbaut und diente über Jahrhunderte als Schutzwall. Heute ist sie ein beliebtes Ausflugsziel und ein Zeugnis der mittelalterlichen Baukunst. Die Tour ist auch für Hunde geeignet. Gastrotipp und Familientipp: Im südwestlichen Teil des Rundganges über die Stadtmauer kommt man zum Berger Tor. Dort ist ein nettes Cafe mit Möglichkeit im Stadtgraben eine Runde Minigoilf zu spielen. Wohnmobilstellplatz: Neben dem kostenpflichtigen Wohnmobilstellplatz auf der Kaiserwiese gibt es auch rund um die Stadtmauer viele kostenlose Wohnmobilstellplätze. Zum Beispiel den Parkplatz am Deininger Tor. Hier ist auch eine öffentliche Toilette. Wohnmobil Entsorgungsstation: Der Wohnmobilstellplatz an der Kaiserwiese hat alle Möglichkeiten für die Wohnmobilentsorgung. Ebenso Versorgung mit Wasser und Strom und öffentliche Toiletten. Sehenswürdigkeit in Nördlingen: Auf jeden fall einen Besuch wert ist der Daniel. Der Daniel ist der berühmte Turm der St.-Georgs-Kirche in Nördlingen. Mit seinen 90 Metern überragt er die Stadt und bietet einen atemberaubenden Ausblick. Er ist nicht nur ein Wahrzeichen, sondern auch ein Zeugnis der reichen Geschichte Nördlingens. Ausflugstipp in die Natur: Ofnethölen Westlich von Nördlingen befinden sich die Ofnethölen. Die steinzeitlich bewohnten Höhlen sind einen Besuch wert. Wer Freiheit und Ruhe sucht, wird hier auch einen Stellplatz für die Nacht finden. Tag 2: Der Ipf und Umgebung Infobox: Der Ipf ist ein markanter Zeugenberg der östlichen Schwäbischen Alb, der sich bei Bopfingen erhebt. Mit seinen 668 Metern überragt er die Umgebung und bietet einen beeindruckenden Panoramablick. Der Ipf ist nicht nur ein Naturdenkmal, sondern auch ein bedeutender archäologischer Fundort. Funde belegen eine Besiedlung seit der Jungsteinzeit. Vor allem in der frühen Eisenzeit war der Ipf ein wichtiger Fürstensitz. https://www.bopfingen.de/Startseite/kultur+_+tourismus/ipf.html Wohnmobilstellplatz: Direkt am Wanderparkplatz unter dem Ipf kann man parke, es ist aber sehr uneben. Besser ist der Parkplatz vom Sportplatz in Bopfingen im Postweg. Familientipp: Für das archäologische Freilichtmuseum am Ipf, direkt am Parkplatz, sollte man sich unbedingt Zeit nehmen. Vor allem Kinder haben viel Freude an den Rekonstruktionen. Weitere Sehenswürdigkeit in der Nähe: Schloßberg mit Ruine der Burg Flochberg auf der südlichen Seite von Bopfingen. Quasi dem Ipf gegenüber. Die Burgruine Flochberg thront majestätisch über dem Ortsteil Schloßberg in Bopfingen und ist ein beeindruckendes Zeugnis der staufischen Vergangenheit. Die Burg wurde im 12. Jahrhundert von den Staufern erbaut und diente als wichtiger Stützpunkt zur Sicherung der Handelswege und zum Schutz des Staufischen Schwaben. Tag 3: Hesselberg und Umgebung Infobox: Der Hesselberg ist ein markanter Zeugenberg in Mittelfranken, der sich bei Wassertrüdingen erhebt. Mit 686 Metern ist er der höchste Berg der Fränkischen Alb und bietet eine beeindruckende Aussicht über die umliegende Landschaft. Der Hesselberg ist ein erloschener Vulkan und besteht hauptsächlich aus Basalt. Seine charakteristische Kegelform ist das Ergebnis vulkanischer Aktivität vor Millionen von Jahren. Die Hänge des Hesselbergs sind von Trockenrasen, Wacholderheiden und lichten Wäldern geprägt. Die besondere Bodenbeschaffenheit und das Klima begünstigen eine artenreiche Flora und Fauna. Vom Gipfel des Hesselbergs eröffnet sich ein weitreichender Panoramablick über die Fränkische Alb, das mittelfränkische Becken und bei guter Sicht sogar bis zu den Alpen. https://www.hesselberg.de/ Wohnmobilstellplatz: Der einsamste Platz ist sicher genau auf dem Hesselberg. Hier gibt es eine Schotterfläche. Ein toller Ort für grandiose Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge. Wer es gerne nicht so einsam hat, der kann auf den Parkplatz vom Limesmuseum bei Irsingen. Dort gibt es auch noch Strom. Tag 4: Gunzenhausen und Altmühlsee Infobox: Gunzenhausen ist eine charmante Stadt im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, die vor allem durch ihre Lage am Altmühlsee bekannt ist. Mit etwa 17.000 Einwohnern ist sie ein beliebtes Ziel für Touristen und bietet eine hohe Lebensqualität. Der Altmühlsee ist das Herzstück der Region und lädt zu vielfältigen Wassersportarten, Badeausflügen und Bootsfahrten ein. Gunzenhausen blickt auf eine lange Geschichte zurück und hat zahlreiche historische Gebäude und Sehenswürdigkeiten zu bieten, wie beispielsweise die drei Türme der Stadtmauer. https://www.gunzenhausen.de/rathaus.html Wohnmobilstellplatz: Um den Altmühlsee gibt es einige Stellplätze, wer einen zetralen und auch noch mit Wlan sucht, der ist am Festplatz „Zum Schießwasen“ richtig. Von dort ist man in 5 Min. zu Fuß in der Stadtmitte. Untertags gibt es auch noch eine kostenlose Toilette. Wohnmobil Entsorgungsstation: Im Süden von Gunzenhausen gibt es, „An der Stemme“ eine Wohnmobil-Entsorgungsstation. Gastrotipp: Ob Cafe, Burger, oder Tapas, das Cafe am Wehrgang in der Weißenburger Straße 15 in Gunzenhausen ist in jedem Fall ein Muss. Mit Sicherheit gibt es keinen lockereren Kuchen in diesem Landkreis! https://www.cafeamwehrgang.de/ Altmühlsee Der
Mit dem Camper auf Fototour im Kocher-Jagst-Tal: Einzigartige Motive für Landschafts- und Naturfotografen

Die sanft hügelige Landschaft des Hohenlohischen, mit den Flüssen Kocher und Jagst, bietet Fotografen eine Fülle an atemberaubenden Motiven.
Tour des 7 sources – I.Teil

Die Tour geht durch den Schwarzwald, die Vogesen bis Besançon und Nancy und wieder zurück nach Augsburg







































