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Der fliegende Tresor von Notre-Dame

Der fliegende Tresor von Notre-Dame

Im Jahr 1935 verwandelte der Erzbischof von Paris den bronzenen Hahn auf der 90 Meter hohen Spitze von Notre-Dame in den wohl exklusivsten, fliegenden Safe der Kirchengeschichte. Er stopfte dem Metallvogel drei heilige Reliquien in den Bauch: einen echten Splitter der Dornenkrone Christi sowie Knochenteile der Stadtpatrone Denis und Genoveva. Der Hahn war quasi der spirituelle Blitzableiter von Paris.

Am 15. April 2019 schaute die ganze Welt entsetzt zu, wie die Kathedrale lichterloh brannte und der stolze Spitzturm krachend in die Tiefe stürzte. Jeder war sich sicher: Der bronzene Gockel ist im Flammeninferno geschmolzen und die Knochen der Heiligen sind endgültig Asche.

Doch am nächsten Tag geschah das Wunder im Schutt. Archäologen fanden den Hahn – zwar völlig verbeult, plattgewalzt und mit akutem Gefiederschaden, aber absolut intakt! Die drei Reliquien hatten den epischen 90-Meter-Sturz im Bauch des Vogels ohne einen einzigen Kratzer überstanden.

Die Pariser feierten den deformierten Gockel sofort als den „zähesten Vogel Frankreichs“. Wer braucht schon eine Blackbox aus Titan, wenn man einen heiligen, feuerfesten Kaugummi-Automaten-Hahn auf dem Dach hat?

 


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