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Der gehörnte Helfer aus dem Nichts

Der gehörnte Helfer aus dem Nichts

Beim Bau der gigantischen Kathedrale von Laon im 12. Jahrhundert standen die Handwerker vor einem mörderischen Problem: Die Baustelle lag auf einem über 100 Meter hohen, steilen Felsen. Sämtliche tonnenschweren Steine mussten per Ochsenkarren die Klippen hochgeschleppt werden. Die Steigung war so brutal, dass die Tiere reihenweise kollabierten.

An einem sengend heißen Sommertag streckte ein erschöpfter Ochse mitten am Hang alle viere von sich und verstarb auf der Stelle. Der Treiber war völlig verzweifelt, da sein verbliebener Ochse den fetten Karren unmöglich allein bewegen konnte. Er sank auf die Knie und flehte den Himmel an.

Plötzlich geschah das tierische Wunder: Aus dem Nichts galoppierte ein wunderschöner, schneeweißer Geister-Ochse herbei. Ohne zu zögern, senkte das Wundertier den Kopf und ließ sich freiwillig einspannen. Mit der Leichtigkeit eines Sportwagens zog das Duo die Fuhre den Berg hinauf, als wären die Steine aus Styropor. Oben angekommen, löste sich der weiße Retter einfach in Luft auf.

Die dankbaren Mönche setzten den gehörnten Helden ein ewiges Denkmal: Wer heute zur Kathedrale hochschaut, sieht 16 riesige, steinerne Ochsenstatuen von den Türmen grüßen. Ein echtes mittelalterliches „Dankeschön“ für tierische Extrahilfe!


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