Der blutige Bäcker und der mörderische Barbier
Im Jahr 1387 betrieb ein Barbier in der Rue Chanoinesse direkt neben Notre-Dame das wohl radikalste Haarschneide-Konzept des Mittelalters. Wenn ausländische Studenten auf seinem Stuhl Platz nahmen, bekamen sie nicht nur einen modischen Topfschnitt, sondern direkt die Kehle durchgeschnitten.
Der mörderische Figaro dachte gar nicht daran, die Kundschaft zu vergraben. Durch eine geheime Falltür im Keller schob er die Leichen einfach zum Nachbarn – einem findigen Bäcker. Dieser bewies extremen Geschäftssinn, hackte das Fleisch klein und verarbeitete die armen Akademiker zu Pasteten.
Das Absurde daran: Die fleischigen Kreationen wurden der absolute Verkaufsschlager! Die feine Pariser Elite und die Geistlichen von Notre-Dame standen täglich Schlange und schwärmten in den höchsten Tönen vom „einzigartigen, himmlisch zarten Geschmack“ der Pasteten.
Aufgeflogen ist das kulinarische Grauen nur wegen eines treuen Hundes. Das Tier eines vermissten Studenten saß tagelang winselnd und bellend vor dem Barbierladen, bis die Stadtwache den Keller stürmte. Die beiden Feinschmecker-Ganoven wurden im Eisenkäfig verbrannt. Die Pasteten waren Geschichte, aber der schaurig-schöne Schock sitzt den Parisern bis heute in den Knochen – man isst eben am liebsten regional!
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