Der Hühnerkrieg von Bouillon
Im 11. Jahrhundert lag Gottfried von Bouillon im Clinch mit dem Fürstbischof von Lüttich, dessen Armee prompt Gottfrieds uneinnehmbare Ardennen-Burg belagerte. Wochenlang passierte: absolut gar nichts. Während die bischöflichen Soldaten im Tal hungerten, langweilten sich die Burgbewohner auf ihrer fetten Klippe zu Tode. Die Vorratskammern platzten aus allen Nähten.
Irgendwann wurde es Gottfried zu bunt, und er startete ein brutales psychologisches Kulinarik-Mobbing. Die Burgbesatzung schlachtete Dutzende ihrer fettesten Hühner und kochte direkt an den Mauern literweise deftige Suppe. Der Wind trug den köstlichen Duft wie ein fieses Parfüm zielsicher hinab in die Mägen der hungernden Belagerer.
Damit nicht genug: Gottfrieds Männer stellten sich grinsend an die Zinnen, schlürften demonstrativ lautstark ihre Suppe, warfen die abgenagten Hühnerknochen ins Tal und sangen Spottlieder.
Dieses unverschämte Suppen-Attentat saß! Die Moral im Tal brach komplett zusammen. Die ausgehungerten Soldaten bekamen akute Fressattacken, kriegten die Krise wegen des Geflügel-Spotts und meuterten. Der Bischof musste einsehen, dass man feiernde Hühner-Liebhaber nicht aushungern kann, und zog beschämt ab. Bouillon war gerettet – dank der wohl leckersten Verteidigungsstrategie des Mittelalters!
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