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Die Teufelshochzeit in der Rataskaevu 16: Tallinns schaurig-schönste Promi-Party

Wer auf seiner Reise durch das Baltikum die malerische Altstadt von Tallinn erkundet, sucht meist nach mittelalterlicher Romantik. Doch für jeden neugierigen Backpacker, der mit dem Rucksack die estnische Hauptstadt durchstreift, und jeden Camper, der sein Wohnmobil auf einem der nahen Stellplätze geparkt hat, verbirgt sich das eigentliche Mystery-Highlight in einer engen Gasse unweit des Rathausplatzes.

In der Rataskaevu-Straße 16 steht ein Haus, das auf keiner historischen Stadtführung fehlen darf. Es erzählt die Sage von der wohl exklusivsten und gleichzeitig unheimlichsten Hochzeitsgesellschaft der Weltgeschichte – einer Party, bei der der Teufel persönlich die Korken knallen ließ.

Rataskaevu 16: Tallinns Baltikum estland

Ein Wirt in Geldnot und ein anspruchsvoller Gast

Wir schreiben das Spätmittelalter. Der Besitzer des Hauses in der Rataskaevu 16 stand kurz vor dem finanziellen Ruin. Die Rechnungen stapelten sich, der Pleitegeier kreiste bereits über dem Dachhimmel und der Gerichtsvollzieher klopfte quasi schon an die Eichentür. In seiner tiefsten Verzweiflung, kurz davor, sich den Strick zu nehmen, klopfte es mitten in der Nacht stürmisch an der Pforte.

Vor der Tür stand ein mysteriöser, extrem elegant gekleideter Fremder. Der Mann verströmte einen Hauch von Luxus – und, wenn man ganz genau hinsah, einen dezenten Duft nach Schwefel. Der Fremde machte dem verzweifelten Wirt ein Angebot, das dieser unmöglich ablehnen konnte: Er bot eine astronomische Summe glänzenden Goldes, um die oberste Etage des Hauses für eine einzige Nacht zu mieten.

Es gab nur eine klitzekleine, absolut strikte Bedingung: Niemand aus dem Haus durfte die Hochzeitsgesellschaft beobachten oder durchs Schlüsselloch linsen. Wer spioniert, bezahlt mit dem Leben.

Rataskaevu 16: Tallinns Baltikum estland

 

Die Party des Jahrhunderts – und ein neugieriger Diener

Der Wirt willigte ein, strich das Gold ein und schärfte seinem Personal ein, die Augen fest zu schließen. Kaum schlug die Uhr Mitternacht, ging es oben los. Und wie! Es war keine normale Feier: Der Boden vibrierte, unheimliche, wunderschöne Musik erklang und das ganze Haus bebte unter den Schritten von Hunderten Gästen. Es klang nach der wildesten Party, die Tallinn je gesehen hatte.

Doch wie das mit Verboten so ist: Sie schreien geradezu danach, gebrochen zu werden. Der neugierige Hausdiener des Wirts hielt es vor lauter Spannung einfach nicht mehr aus. Er schlich auf Zehenspitzen die knarzende Holztreppe hinauf, hielt den Atem an und blickte heimlich durch das Schlüsselloch der Festsaaltür.

Was er sah, ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren. Inmitten eines unheimlichen, bläulichen Lichts feierte eine Schar skurriler Gestalten. Und ganz vorne, am Kopf der Tafel, saß der Teufel höchstselbst im Hochzeitsfrack und vermählte sich mit einer ebenso teuflischen Braut. Vor Schreck stolperte der Diener zurück. Am nächsten Morgen fand man ihn bleich und stumm in seinem Bett – er verstarb noch am selben Tag, konnte dem Wirt aber unter Schweißausbrüchen gerade noch flüstern, wen er da oben beobachtet hatte.

Rataskaevu 16: Tallinns Baltikum estland

Das zugemauerte Fenster der Sünde

Der Wirt geriet in Panik. Um den Teufel und seine Dämonen für immer aus dem Haus zu verbannen und der sündigen Etage das Licht zu nehmen, ließ er das betroffene Fenster im obersten Stockwerk augenblicklich komplett mit dicken Steinen zumauern.

Wenn du heute auf deiner Reise durch Tallinn an dem Haus vorbeikommst, richte den Blick nach ganz oben. Du wirst das berühmte Fenster sofort sehen: Es ist bis heute zugemauert, aber – um die Touristen bei der Stadtführung zu erfreuen – täuschend echt mit Gardinen und Fensterrahmen bemalt.

Egal, ob du als Backpacker auf Gruseltour bist oder als Camper nach einem langen Tag im Wohnmobil eine legendäre Anekdote suchst: Die Rataskaevu 16 zeigt, dass man bei der Zimmervermietung im Baltikum manchmal genauer auf die Gästeliste schauen sollte!

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