Die schwebende Nonne und der Applaus aus dem Jenseits: Helsinkis exklusive Theater-Geister

Die schwebende Nonne und der Applaus aus dem Jenseits: Helsinkis exklusive Theater-Geister Es ist in Helsinki nicht unüblich, dass Theater Geister oder andere Gestalten haben, die Menschen erschrecken wollen. Im Gegenteil: Es scheint in der finnischen Hauptstadt regelrecht zum guten Ton und zum erstklassigen Ruf eines Kulturhauses zu gehören, mindestens einen hauseigenen Dauergast aus dem Jenseits auf der Gehaltsliste zu haben. Wer als Regisseur etwas auf sich hält, probt nicht ohne paranormale Unterstützung. Für jeden Backpacker, der mit dem Rucksack die skandinavische Metropole erkundet, und jeden Camper, der sein Wohnmobil auf einem Roadtrip durch Finnland lenkt, bieten die altehrwürdigen Bühnen Helsinkis die perfekte Kulisse für eine gruselig-amüsante Entdeckungstour. Vergiss die steifen Premieren-Knigge – wir werfen bei dieser Stadtführung einen Blick hinter die Kulissen der zwei berühmtesten Theater-Geister der Stadt! Akt 1: Das Schwedische Theater (Svenska Teatern) und die modebewusste „Graue Dame“ Unsere Reise in die finnische Theater-Geisterwelt beginnt direkt im Herzen der Stadt, am Ende der prachtvollen Esplanadi-Parks. Hier steht das Svenska Teatern, das schwedischsprachige Nationaltheater Finnlands. Doch die wahre Diva dieses Hauses benötigt kein Drehbuch und steht schon seit dem 19. Jahrhundert auf der Bühne: Die Graue Dame (Gråa Damen). Die Sage besagt, dass es sich bei dem Geist um eine ehemalige, leidenschaftliche Schauspielerin handelt, die den Applaus des Publikums so sehr vermisste, dass sie den Vorhang nach ihrem Tod einfach nie ganz geschlossen hat. Sie ist allerdings kein rachsüchtiges Wesen, das Requisiten zerstört oder Kronleuchter von der Decke stürzen lässt – nein, die Graue Dame hat Stil. Mitarbeiter und Schauspieler berichten regelmäßig, dass sie nachts durch die Garderoben wandert und das leise, charakteristische Rascheln eines schweren Seidenkleides durch die leeren Gänge hallt. Manchmal verstellt sie wohl auch die Kostüme – vermutlich, weil sie das modische Empfinden der heutigen Generation kritisch hinterfragt. Unter dem Theaterpersonal gilt sie als absoluter Glücksbringer: Wenn eine Produktion besonders knifflig ist und man das Rascheln ihres Kleides hinter den Kulissen hört, weiß das Ensemble, dass die Premiere ein voller Erfolg wird. Ein jenseitiger Kritiker-Liebling sozusagen! Akt 2: Das Finnische Nationaltheater und die Shakespeare-affine Nonne Nur ein paar Minuten zu Fuß entfernt, direkt am geschäftigen Hauptbahnhof, treffen wir bei unserer Stadtführung auf das nächste architektonische Meisterwerk: Das Finnische Nationaltheater (Kansallisteatteri). Wer dachte, die Graue Dame aus dem schwedischen Nachbarhaus sei exklusiv, hat die Rechnung ohne die dortige „Graue Nonne“ gemacht. Das Nationaltheater hat ein kleines Standortproblem, das den Spuk humorvoll erklärt: Es wurde teilweise auf altem Sumpfland erbaut, auf dem im tiefen Mittelalter Gerüchten zufolge geheime und nicht ganz kirchenkonforme Begräbnisse stattfanden. Die dort ruhende Nonne hat den Baulärm des späten 19. Jahrhunderts wohl als persönliche Ruhestörung empfunden und beschlossen, fortan als Statistin mitzuwirken. Die Nonne teilt sich das Gebäude zwar mit dem Geist des berühmten finnischen Schauspielers Aarne Leppänen (der gerne mal im Smoking durch die Logen wandert), stiehlt ihm aber regelmäßig die Show. Das Skurrile an ihr: Sie ist eine extrem anspruchsvolle Theater-Kritikerin. Zeugen schwören, dass sie vor allem dann über die Bühne und durch die Ränge schwebt, wenn Stücke von William Shakespeare geprobt werden. Ob sie ein Fan von Hamlet ist oder einfach nur die Aussprache der Schauspieler korrigieren will, bleibt ihr Geheimnis. Sicher ist: Bei modernen, experimentellen Stücken lässt sie sich selten blicken – der Geist bevorzugt eben die Klassiker. Vorhang zu: Das Fazit für deine Helsinki-Reise Zusammenfassend lässt sich sagen: Helsinkis Theaterlandschaft lebt von ihren Toten. Ob die stilbewusste Graue Dame im Schwedischen Theater oder die literaturbegeisterte Nonne im Nationaltheater – die Geister gehören fest zur Identität und zum stolzen Kulturerbe der Stadt. Wenn du das nächste Mal als Backpacker oder Camper eine Reise nach Finnland unternimmst und dein Wohnmobil in Helsinki abstellst, buche unbedingt ein Ticket für eine Aufführung. Und falls sich der Vorhang hebt und plötzlich ein kühler Windhauch durch den Saal weht oder ein graues Kleid im Augenwinkel aufblitzt: Keine Panik, das ist nur die jenseitige Qualitätssicherung, die nach dem Rechten sieht!
Wieder unterwegs: Diesmal alles anders

Unterwegs als Backpacker – mal testen wie es sich anfühlt wenn ich so meine Habseligkeiten, die ich mitnehmen will, auf dem Tisch ansehe, dann denke ich schon an die „Sieben Sachen“! Viel mehr ist es auch nicht, aber viel mehr brauche ich auch nicht. Hab ich mich ja schon für den Bulli stark reduziert, jetzt gehts ans Eingemachte. Und vermutlich werde ich am Ende wieder feststellen, dass ich wieder zu viel dabei hatte. Mal sehen. Ich überlege noch kurz, ob ich die Badelatschen noch um einen Zentimeter kürzen soll, lasse es aber dann. Der Rucksack, noch eine kleine Tasche mit Notebook und den alten Kinderroller aus dem Keller. Weil ich ja mein treues Klapprad „Rocinante“, das mich normalerweise begleitet nicht mitnehmen kann wird der Roller noch schnell, stilgerecht „Sancho Pansa“ getauft. Ich finde das passt. Der alte, etwas verrückte Ritter, auf der Suche nach Abenteuer und sein treuer Weggefährte und Gegenpol Sancho Pansa. Also dann man Abschied vom Bulli nehmen und los gehts. Habe mir die 3€ für eine Sitzplatzreservierung gespart und so wurde mir die Mitte in der letzten Sitzreihe zugewiesen. Das war auch mein Lieblingsplatz in der Schule! 😉 Ich hab viel Platz und auch über mangelnde Beinfreiheit kann ich mich sicher nicht beschweren 🙂 Auf nach Prag! Ankommen in Prag und rein in die Kapsel 25 🙂 Man kann sicher darüber streiten, aber für eine Übernachtung in einer Hauptstadt für 15€ und dass wirklich mitten in der City….. Für mich ist es jedenfalls ein lustiges Abenteuer. Auf der Busfahrt war ich die ganze Zeit etwas schläfrig, aber hier wieder hellwach. Das Kapselhotel ist eine Mischung zwischen Jugendherberge und Baumhaus. Und für meine Ansprüche ist es völlig ok. Wer weiß, vielleicht sind so ja auch die Altenheime der Zukunft 😉 In Warschau habe ich in der Innenstadt wieder ein Kapsel-Hotel gebucht. Die Rezeption ist 24 Stunden besetzt. Man bekommt eigene Hausschuhe und muss seine unten in eine Box geben. Mehr als 120 Kapseln befinden sich auf einem Stockwerk. An den Enden gibt es ein Bad für Frauen und eines für Männer. Alles ist gut belüftet und ist sehr sauber. Außerdem gibt es noch einen angenehmen Aufenthaltsbereich mit einer kleinen Küche. Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dieser Art des Reisens. Die Fahrt von Prag nach Warschau kostete 40€ mit Flixbus, das Hotel 30€ Die Metro von der Bushaltestelle direkt in die City 0,80€. Dafür ist man aber 650 Km gefahren und hat eine Übernachtung mitten in der Stadt. Morgen gehts auf Entdeckungstour durch Warschau Meine Hostels im Baltikum waren in der 17€-Klasse und durchaus unterschiedlich. In Vilnius war es eher familiär-rustikal. Ein ausgebauter Keller, mit einigen sehr eng gestellten Stockbetten. Immerhin war ein Handtuch-Sichtschutz vor den Betten. Mein Zimmer war gemischt mit 5 Personen aus 4 Kontinenten. Zum Absperren gab es nichts. „Hier wird nicht gestohlen“ sagte der Vermieter. In Riga hatte ich eine Art Kapsel. Es hingen Vorhänge vor den „Verschlägen“ unten waren Schubladen mit Schloß angebracht. In Tallinn war das Hostel auf mehreren Etagen. Mein Bett war im Dachboden (auf dem Bild das Bett oben rechts). Es gab keinerlei Sichtschutz. Das Bett war etwas wackelig und wenn sich jemand bewegt hat, dann haben alle 4 Betten geschaukelt. 10 von 10 Punkten wenn es darum geht Bescheidenheit zu üben. (immer positiv denken!) Aber dafür waren alle Hostels auf meiner Baltikum-Reise mitten in der Altstadt und das ist super, wenn man den ganzen Tag in der Stadt verbringen und ab und zu zum Essen oder auf einen Kaffee in seine Unterkunft möchte. Da sich der Stand der „digitalen Nomaden“ schon etabliert hat kann man in alles Hostels gut arbeiten und sitzt auch nie alleine in den Coworking Spaces. Viele machen hier ihren „ganz normalen Arbeitstag“. Die Fahrt ging weiter über Tallinn, Helsinki, Turku, Stockholm, Helsinki, Hannover, Nürnberg. In Skandinavien wurden die Hostels und Fahrten teurer aber nicht besser. Das teuerste und zugleich schlechteste Hostel hatte ich in Kopenhagen. Am Ende die Zahlen: Als ich nach 22 Tagen wieder zurück am Stadtpunkt Augsburg war hatte ich in Summe 933€ für Bus, Fähre, Hostel und Zug ausgegeben. Für die gleiche Tour mit meinem Postauto hätte ich an Sprit 7L/100km und Preis von 2€/Liter (Abschreibung rechne ich bei meinem Auto keine mehr) 928€ ausgegeben. Fazit: Im Ergebnis also fast gleich. Natürlich hätte ich mit meinem eigenen Auto selber fahren müssen, wäre aber auch viel flexibler und entspannter unterwegs gewesen. Auf der einen Seite habe ich sicher viele spannende Begegnungen in den Bussen und Hostels gehabt, aber auf einige der Hostel-Erfahrungen hätte ich auch gut verzichten können. Am Ende ist es eine Sache der Erfahrung und des Erlebens. Eindrücke und Erfahrung kann man kaum in Euros rechnen und deswegen bin ich in jedem Fall froh, dass ich die Tour so gemacht habe!







































