Das Wunder der Brückenrettung in Tolosa auf dem Jakobsweg

Das Wunder der Brückenrettung von Tolosa auf dem Jakobsweg Ich war ja auch auf dem Jakobsweg unterwegs und wollte auch in das Pilgerreisegefühl eintauchen. Also besorgte ich mir einen Pilgerausweis und begann meine Stempelsammlung. Mein Stempelopfer vom örtlichen Touristenbüro fragte ich natürlich gleich nach einer schönen Legende vor Ort. Die nette Dame drückte den Stempel schwungvoll auf das Papier, blickte mich verschmitzt an und erzählte mir die Geschichte von der Brückenrettung, während draußen der Regen sanft auf das Dach meines Campers trommelte: „Ah, ein Pilger auf dem Jakobsweg! Herzlich willkommen in Tolosa, mein Lieber. Weißt du, die meisten Menschen, die mit dem Wohnmobil durch das Baskenland reisen, fahren ahnungslos an uns vorbei, direkt an die Küste. Sie wissen gar nicht, welches historische Geheimnis und welche tiefe Kultur sich hier im grünen Herzen der Region Gipuzkoa verbergen. Du hast nach einer Sage gefragt? Oh, ich habe etwas viel Besseres für dich: Eine echte, lückenlos dokumentierte Legende, die so nah an der Wahrheit ist, dass man die Asche von damals heute noch riechen kann. Wir schreiben das Jahr 1445. Damals war Tolosa nicht nur ein beschauliches Städtchen, sondern die stolze, mauerbewehrte Hauptstadt unserer Region hier in Spanien. Es war ein strategisch verdammt wichtiger Ort, umgeben vom Fluss Oria. Und genau dieser Fluss war Fluch und Segen zugleich. Die Lebensader unserer Stadt war die hölzerne Brücke von San Juan – direkt hier um die Ecke, du wirst nachher auf deiner Reise sicher noch darüberlaufen. Wer die Brücke kontrollierte, kontrollierte den Handel, das Geld und den Zugang zur Welt. An einem heißen Junitag des Jahres 1445 geschah das Unfassbare. Es braucht nicht viel im Mittelalter: Ein unachtsamer Funke in einer Backstube, ein trockener Sommerwind, und schon war die Katastrophe perfekt. Inmitten der engen, hölzernen Gassen brach ein verheerender Großbrand aus. Amigo, das war kein kleines Kaminfeuer. Das war die nackte Hölle. Das Feuer fraß sich mit einer unbändigen Wut durch die Häuser. Die Menschen schrien, die Obrigkeit war völlig überfordert – damals gab es schließlich noch keine moderne Feuerwehr, die man mal eben rufen konnte. Die Bürger rannten mit kleinen Holzeimern zum Fluss, aber das war, als wollte man einen Drachen mit einer Wasserpistole bekämpfen. Binnen weniger Stunden lag fast unsere gesamte, wunderschöne Stadt in Schutt und Asche. Die Existenz von Hunderten Familien war im wahrsten Sinne des Wortes pulverisiert. Doch das Schlimmste rollte erst noch auf die Überlebenden zu. Angetrieben von einem tückischen Wind raste die gigantische Feuerwand unaufhaltsam auf die Brücke von San Juan zu. Die Menschen standen am Flussufer und starrten starr vor Schreck auf die Flammen. Wenn diese hölzerne Brücke abbrannte, war Tolosa endgültig erledigt. Keine Fluchtwege mehr, kein Handel, keine Zukunft. Die Katastrophe schien absolut besiegelt. Die Ratsherren rauften sich die Haare, und die Stimmung war eine Mischung aus nackter Todesangst und tiefer, emotionaler Verzweiflung. In diesem Moment der absoluten Hoffnungslosigkeit taten die Basken das, was sie in Krisenzeiten am besten können: Sie wurden trotzig und suchten Hilfe ganz oben. Die Priester und Bürger stürmten in die brennende Kirche, packten die schwere Holzstatue des heiligen Johannes des Täufers – San Juan, unserem Schutzpatron – und trugen sie in einer wilden, völlig verrückten Prozession direkt an die vorderste Front des Feuers. Man muss sich das mal bildlich vorstellen: Ringsherum stürzen die Balken ein, die Hitze schmilzt fast die Augenbrauen weg, und ein Haufen fassungsloser Basken hält dem Inferno eine Holzstatue entgegen! Der Pfarrer schrie gegen das Knistern der Flammen an und flehte um ein göttliches Eingreifen. Die Kritiker und Skeptiker jener Zeit dachten wahrscheinlich: ‚Wunderbar, jetzt verbrennt uns auch noch der Heilige!‘ Doch genau in dem Moment, als die ersten Funken auf das morsche Holz der San-Juan-Brücke flogen, passierte das Unfassbare. Es ist historisch in den alten Chroniken unserer Stadt lückenlos belegt: Der Wind drehte sich. Und zwar nicht sanft, sondern mit einem brutalen, plötzlichen Schlag. Ein eisiger Luftzug peitschte vom Fluss herauf und drückte die Flammenwand mit einer solchen Wucht zurück in die bereits abgebrannten Ruinen, dass dem Feuer schlicht der Sauerstoff und die Nahrung ausgingen. Direkt vor den hölzernen Planken der Brücke erlosch das Feuer, als hätte jemand eine gigantische Kerze ausgeblasen. Die Brücke war gerettet. Tolosa hatte überlebt. Die Menschen fielen auf die Knie – diesmal nicht vor Angst, sondern vor ungläubiger Dankbarkeit. Die Tränen der Erleichterung mischten sich mit dem Ruß auf ihren Gesichtern. Ob es nun der sprichwörtliche baskische Dickkopf war, der selbst den Wind umgedreht hat, oder die pure Thermik des Flusstals – für uns hier in Tolosa war das die Rettung des Himmels. Und weißt du, was das Beste daran ist? Wir Basken vergessen so etwas nicht. Seit fast 600 Jahren halten wir diese Erinnerung lebendig. Wenn du zur Sommersonnenwende im Juni mit deinem Wohnmobil oder als Pilger auf dem Jakobsweg hierherkommst, landest du mitten im Sanjoanak, unserem Johannisfest. Genau an dieser Brücke von San Juan marschieren dann die Bordon-Dantzaris, unsere traditionelle Stadtgarde, auf. Sie tragen historische Kostüme, schwingen ihre alten Festungsstäbe und tanzen den jahrhundertealten Bordon-Dantza – einen rituellen Triumph- und Dankestanz exakt an der Stelle, an der das Feuer gestoppt wurde. Und um sicherzugehen, dass der Funke nicht wiederkommt, feuern die Stadtwachen traditionelle Gewehrsalven in den Himmel, dass den Campern auf dem Stellplatz der Kaffee aus der Tasse fliegt! So, mein lieber Pilger, jetzt hast du deinen Stempel, ein echtes Stück baskische Kultur im Herzen und kennst das größte historische Geheimnis unserer Brücke.“ Die Dame im Tourismusbüro lächelte mich herzlich an und reichte mir meinen Pilgerausweis zurück. Ich bedankte mich für die wunderbare Geschichte, verließ das kühle Steingebäude und schlenderte hinüber zur Brücke von San Juan. Als ich über das Holz lief und auf das fließende Wasser des Oria blickte, spürte ich den Atem der Geschichte. Wenn man eine Reise durch Spanien macht, sucht man oft nach den großen, bekannten Kathedralen. Doch es sind genau diese versteckten, historisch belegten Erzählungen in Orten wie Tolosa, die den Jakobsweg so magisch machen. Ich kehrte schließlich tief beeindruckt zu meinem Wohnmobil zurück, kochte mir ein Abendessen und freute mich auf die nächsten Kilometer
Das Geheimnis von Loyola: Wie ein Kanonenschuss die Welt veränderte

Das Geheimnis von Loyola: Wie ein Kanonenschuss die Welt veränderte Ich komme nach Azpeitia, steuere mein Wohnmobil durch das grüne, von steilen Bergen umrahmte Urola-Tal und traue meinen Augen kaum. Mitten in dieser idyllischen, fast einsamen Natur der Region Baskenland ragt plötzlich ein kolossaler Prachtbau auf, der eher nach Rom als in ein nordspanisches Gebirgstal passt: die Basílica de Loyola. Ich parke meinen Camper auf einem ruhigen Stellplatz im Schatten der mächtigen Kuppel, hole mein Faltrad Rocinante aus dem Heck und rolle ehrfürchtig auf den gigantischen Vorplatz. Als Dauer-Vanlifer auf meiner spirituellen und geschichtsträchtigen Reise durch dieses faszinierende Land habe ich schon viele Klöster gesehen. Doch dieser Ort hütet ein ganz besonderes, historisch lückenlos belegtes Geheimnis. Die barocke Basilika wurde nämlich wie eine schützende Schale um ein unscheinbares mittelalterliches Turmhaus gebaut: das Geburtshaus des Iñigo López de Loyola – besser bekannt als der heilige Ignatius von Loyola, dem Gründer des Jesuitenordens. Als ich die heiligen Hallen betrete und vor den erhaltenen Mauern des alten Familiensitzes stehe, spüre ich sofort den Atem einer Sage, die das Fundament der modernen katholischen Kirche erschüttert hat. Und die Geschichte dieses Mannes ist so dramatisch wie ironisch… Der eitle Ritter und das bittere Ende in Pamplona Um die Legende zu verstehen, müssen wir das Jahr 1521 ansteuern. Iñigo war damals alles andere als ein Heiliger. Wenn wir ehrlich sind, war er das, was man heute einen arroganten Lebemann nennt. Er war ein eitler Ritter, fixiert auf seinen strammen Haarschnitt, teure Stoffe, die Gunst der Damen und den militärischen Ruhm. Er liebte das Duell und nahm es mit der christlichen Moral im Alltag nicht ganz so genau. Die Obrigkeit schätzte seinen Kampfgeist, und er selbst sah sich schon als unsterblicher Kriegsheld in den Geschichtsbüchern von Spanien. Doch das Schicksal – oder der himmlische Regisseur – hatte einen ziemlich schwarzen Humor. Bei der Verteidigung der Festung von Pamplona gegen die französische Armee passierte es: Eine feindliche Kanonenkugel schlug am 20. Mai 1521 genau zwischen Iñigos Beinen ein. Sie zerschmetterte sein rechtes Schienbein und verletzte das linke schwer. Für die Franzosen war das der Sieg, für Iñigos Ritterkarriere der absolute Totalschaden. Die Franzosen, ganz Gentlemen, behandelten den schwer verletzten Feind und schickten ihn auf einer unerträglichen, wochenlangen Trage-Reise quer durch die Berge zurück in seine Heimatstadt Azpeitia, direkt in das Turmhaus von Loyola, vor dem ich gerade stehe. Die Qualen der Eitelkeit im Turmhaus von Loyola Hier im Turmhaus, genauer gesagt im heutigen „Raum der Bekehrung“ im dritten Stock, beginnt der emotionale und schmerzhafte Teil der Geschichte. Iñigo lag im Sterben. Die Ärzte schnippelten an seinem Bein herum – im 16. Jahrhundert wohlgemerkt ohne Narkose oder Antibiotika, dafür mit einer Extraportion Gottvertrauen. Er überlebte das Fieber wie durch ein Wunder, doch als die Wunden verheilten, der nächste Schock für den eitlen Ritter: Ein Knochen stand unschön hervor, das Bein war verkürzt. Iñigo würde fortan humpeln! Für einen Mann, der enge Ritterstiefel und das Tanzen bei Hofe liebte, war das unvorstellbar. Also befahl er den schockierten Ärzten, das Bein noch einmal aufzuschneiden, den Knochen abzusägen und das Bein mit eisernen Apparaturen in die Länge zu strecken. Eine selbst gewählte Folter aus reiner Eitelkeit! Er verbrachte Monate im Bett, fixiert auf die Zimmerdecke, unfähig, sich zu bewegen. Um die gähnende Langeweile zu vertreiben, verlangte der verletzte Frauenheld nach seinen geliebten, seichten Ritterromanen. Er wollte von Drachen, holden Damen und glänzenden Rüstungen lesen. Doch im Hause Loyola gab es so etwas nicht. Seine gläubige Schwägerin brachte ihm stattdessen die einzigen zwei Bücher, die im Turm aufzutreiben waren: Ein „Leben Christi“ und eine Sammlung von Heiligenlegenden. Iñigo rollte wahrscheinlich mit den Augen und dachte: „Na toll, das auch noch.“ Das geistliche Erwachen: Ritter für den Himmel Doch mangels Alternativen begann er zu lesen. Und während er las, passierte das eigentliche, psychologische Wunder von Loyola. Er merkte, dass die weltlichen Rittergeschichten ihn zwar kurzfristig anfeuerten, ihn danach aber leer, unbefriedigt und traurig zurückließen. Wenn er jedoch über die radikale Hingabe des heiligen Franziskus oder des heiligen Dominikus nachdachte, verspürte er einen tiefen, anhaltenden Frieden und eine unbändige Freude. Die Legende besagt, dass ihm in einer dieser schlaflosen, schmerzhaften Nächte die Jungfrau Maria mit dem Jesuskind erschien. Dieses emotionale Erlebnis veränderte Iñigo bis ins Mark. Der eitle Krieger begriff, dass seine bisherige Existenz eine einzige Illusion war. Er beschloss, seine irdische Rüstung abzulegen und ein Ritter für den wahren, himmlischen König zu werden. Aus dem stolzen Iñigo wurde der demütige Ignatius. Kaum konnte er wieder halbwegs auf seinem verkrüppelten Bein stehen, verließ er das Urola-Tal, verschenkte seine edlen Kleider, hing sein eisernes Schwert an den Altar des Klosters Montserrat und zog als Bettler und Pilger umher. Er entwickelte die weltberühmten „Geistlichen Exerzitien“ und gründete später den Jesuitenorden – eine Elitetruppe der Kirche, die die weltweite Bildung und Kultur für Jahrhunderte prägen sollte. Alles nur, weil ein französischer Kanonier im richtigen Moment das Visier perfekt eingestellt hatte! Warum sich dieser magische Stopp für Camper lohnt Ich verlasse das kühle, geschichtsträchtige Turmhaus und trete wieder hinaus in das warme Sonnenlicht vor der gewaltigen Basilika. Wenn du mit dem Wohnmobil oder dem Camper durch das Baskenland reist, solltest du Azpeitia und die Basílica de Loyola unbedingt auf deine Route setzen. Es ist der perfekte Ort, um abseits des Trubels der Küstenstädte tief in die mystische Geschichte des Landes einzutauchen. Der Stellplatz: Die Gemeinde hat für uns Reisende einen fantastischen, offiziellen Stellplatz direkt in der Nähe eingerichtet. Morgens mit dem Blick auf die schroffen Gipfel des Izarraitz-Massivs aufzuwachen und das ferne Glockenspiel der Basilika zu hören, ist pure Magie. Die Erkundung: Nach dem Besuch des Turmhauses empfehle ich dir, mit dem Rad dem alten Bahntrassen-Radweg (Vía Verde del Urola) zu folgen. Er führt dich mitten durch die unberührte, grüne Natur der Region, vorbei an alten Tunneln und Flüssen – perfekt, um über den eigenen Lebensweg nachzudenken, ganz ohne Kanonenschuss. Die Legende von Ignatius zeigt uns auf wunderbar ironische Weise, dass manchmal die größten Katastrophen unseres Lebens – wie ein zerschmettertes Bein – der Anfang von etwas völlig
Das fliegende Wunder von Getxo: Die Legende der Puente de Vizcaya

Das fliegende Wunder von Getxo: Die Legende der Puente de Vizcaya Ich komme nach Portugalete und Getxo, zwei charmante Vororte direkt an der Flussmündung des Nervión in der pulsierenden Region Baskenland, und traue meinen Augen kaum. Ich parke mein Wohnmobil auf einem sicheren Stellplatz am Kai, öffne die Schiebetür meines Campers und blicke nach oben. Über mir ragt ein stählernes Monster in den Himmel: die Puente de Vizcaya. Ein monumentales, über 60 Meter hohes Eiffelturm-ähnliches Gerüst aus dem späten 19. Jahrhundert, das die beiden Ufer verbindet. Ich packe mein treues Faltrad Rocinante aus dem Heck und rolle ehrfürchtig auf die Brücke zu. Doch halt – das ist keine normale Brücke, über die man einfach drüberfährt. Hier hängt eine Gondel an dicken Stahlseilen und schwebt wie von Zauberei knapp über dem Wasser von einer Seite zur anderen. Als Dauer-Vanlifer auf meiner unendlichen Reise durch dieses faszinierende Land namens Spanien habe ich schon viele architektonische Meisterwerke gesehen. Doch dieser Ort hütet eine ganz besondere, historisch absolut belegte industrielle Legende und ein ingenieurstechnisches Geheimnis, das die Herzen der stolzen Basken bis heute höherschlagen lässt. Die Geschichte ihrer Entstehung ist ein packendes Drama aus Fortschrittsglauben, dickköpfigem Stolz und einer gehörigen Portion Humor gegenüber den Zweiflern jener Zeit. Das Dilemma am Nervión: Adel gegen Arbeiter Um die Sage dieser Schwebefähre zu verstehen, müssen wir das Jahr 1890 ansteuern. Die industrielle Revolution hatte die Region Vizcaya voll im Griff. Auf der einen Seite des Flusses, in Portugalete, schufteten die Arbeiter in den rauchenden Minen und Stahlwerken. Auf der anderen Seite, im schicken Getxo, residierte die reiche Bourgeoisie in ihren herrschaftlichen Villen direkt am Meer. Das Problem? Die beiden Welten mussten irgendwie zusammenkommen. Die Arbeiter mussten zur Fabrik, die Reichen wollten flanieren. Eine normale Brücke zu bauen, war jedoch absolut unmöglich. Die mächtige Hafenstadt Bilbao liegt weiter flussaufwärts, und die stolze baskische Schifffahrt dachte gar nicht daran, ihre Masten für eine feste Brücke zu stutzen. „Wenn ihr uns den Weg zum Meer versperrt, brennt der Baum!“, drohten die Kapitäne. Eine Tunnel-Lösung fiel wegen der horrenden Kosten flach. Die Obrigkeit und die Ingenieure in Spanien standen vor einem riesigen Rätsel. Man stritt, trank viel Kaffee, raufte sich die Haare und fand keine Lösung. Die Nation spottete bereits über das blockierte Bilbao. Doch dann betrat ein genialer baskischer Architekt die Bühne: Alberto de Palacio, ein glühender Schüler von Gustave Eiffel. Er schaute sich das Chaos an, grinste und sagte: „Wenn wir die Schiffe nicht unter der Brücke durchlassen können, und die Menschen nicht über eine normale Brücke gehen können… dann lassen wir die Menschen eben über den Fluss fliegen!“ Die Geburtsstunde des stählernen Kolosses Die Idee war so verrückt, dass die Kirche und die konservativen Denker der Stadt sofort das Weihwasser herbeiholten. „Ein fliegender Wagen an Drahtseilen? Das ist ein Werk des Teufels! Das wird beim ersten baskischen Herbststurm in den Fluss stürzen!“, tönte es von den Kanzeln. Doch De Palacio besaß den sprichwörtlichen, unbändigen baskischen Dickkopf. Zusammen mit dem französischen Ingenieur Ferdinand Arnodin entwickelte er die erste Schwebefähre der Welt. Die Bauarbeiten waren ein echtes Nervenspiel. Tonnen von bestem gewalzten Eisen wurden herbeigeschafft. Wenn man heute, so wie ich, direkt unter den riesigen Pylonen steht und sieht, wie filigran und doch massiv die Konstruktion in den Himmel ragt, zieht man unwillkürlich den Hut. Die Arbeiter kletterten ohne nennenswerte Sicherung in schwindelerregende Höhen, während unten die großen Schiffe vorbeizogen. Es war ein hochemotionaler Moment für die ganze Region, als am 28. Juli 1893 die feierliche Einweihung anstand. Die Legende besagt, dass die feine Gesellschaft aus Getxo am Eröffnungstag mit schweißnassen Händen am Ufer stand. Niemand traute sich so recht in die hölzerne Gondel hinein. Also machten die Macher einen psychologischen Geniestreich: Sie luden die mutigsten Arbeiter und Marktfrauen ein, die erste Fahrt zu wagen. Die Gondel setzte sich sanft in Bewegung, glitt majestätisch über den Fluss Nervión, und als sie drüben ohne Ruckeln ankam, brach frenetischer Jubel aus. Die Zweifler waren mundtot, die Kultur des Fortschritts hatte gesiegt. Die Puente de Vizcaya war geboren und wurde im Laufe der Jahrzehnte zum stolzen UNESCO-Weltkulturerbe. Die Tragödie und die Auferstehung der Brücke Doch diese industrielle Legende wäre keine echte baskische Geschichte, wenn sie nicht auch dunkle, hochemotionale Zeiten überstanden hätte. Während des Spanischen Bürgerkriegs im Jahr 1937 passierte das schreckliche Unglück. Die Truppen mussten sich zurückziehen und bekamen den Befehl, die Brücke zu sprengen, um dem Feind den Übergang zu versperren. Am 17. Juni erschütterte eine gewaltige Explosion die Flussmündung. Der obere Querträger stürzte unter lautem, metallischem Ächzen in die Fluten des Nervión. Die Einwohner von Portugalete und Getxo weinten auf den Straßen. Ihr geliebtes, fliegendes Wunder war zerstört, die Seele der Flussmündung zerrissen. Doch der Stolz der Basken lässt sich nicht so leicht wegsprengen. Kaum war der Krieg vorbei, packten die Menschen wieder an. Sie sammelten das Eisen, nutzten die alten Pläne von De Palacio und bauten ihre Schwebefähre originalgetreu wieder auf. Im Jahr 1941 schwebte die Gondel wieder – schöner, stabiler und trotziger als je zuvor. Ein unumstößlicher Beweis für den unbändigen Überlebenswillen dieser Region. Warum sich dieser geniale Stopp für Camper lohnt Ich fahre mit meinem Faltrad auf die Gondel, zahle die paar Cent für das Ticket und genieße das sanfte Schweben über das Wasser. Das Klischee besagt ja, dass man in Spanien nur Strand und Palmen sucht, aber dieser industrielle Meilenstein bietet eine ganz andere, faszinierende Perspektive. Wenn du mit dem Wohnmobil oder dem Camper unterwegs bist, ist die Puente de Vizcaya der perfekte Zwischenstopp. Der Stellplatz: Es gibt fantastische Stellplätze in der Nähe der Küste von Getxo oder direkt am Hafen von Portugalete. Es hat etwas absolut Magisches, abends im Wohnmobil zu sitzen, ein kühles baskisches Bier zu trinken und zu beobachten, wie das stählerne Denkmal im Scheinwerferlicht erstrahlt. Das Abenteuer: Für die ganz Mutigen gibt es einen Aufzug, der dich hoch auf den oberen Quersteg bringt. Dort oben, in über 45 Metern Höhe, kannst du zu Fuß über die Brücke gehen. Der Blick über die Biskaya und die Flussmündung ist atemberaubend – aber definitiv
Jakobsweg mit dem Wohnmobil Nordwest

Mit dem Wohnmobil auf dem Jakobsweg – Tipps, Sehenswürdigkeiten und Wohnmobilstellplätze Der Nordwestliche Teil der Route für Wohnmobile: Ca. 400 KM Den Jakobsweg mit dem Wohnmobil? Diese Frage habe ich, für mich beantwortet und im Teil Nordost auch beschrieben, daher gehe ich auf diesen Punkt hier nicht mehr ein. Der Nordwestliche Teil des Jakobswegen führt uns von Santander weiter die Küste entlang bis nach A Coruña, dann nach Santiago de Compostela und schließlich zum Ende des Jakobsweges und zum „Ende der Welt“, dem Kap Fisterra. Städtetipp: Comillas Oft sieht man in Spanien, außerhalb der Saison zugehängte Parkuhren. Das würde in Deutschland keine Gemeinde machen, aber es ist genau das, was ich oft beobachte. In Spanien gibt es Einschränkungen und Verbote, wenn sie Sinn machen und nur dann. Das erhöht die Akzeptanz für Einschränkungen enorm. Man hat nicht das Gefühl, dass man „nur zum Spaß“ abgezockt wird. Comillas ist durchaus einen Spaziergang wert. Nicht zuletzt wegen Antonio Gaudi, der sich hier ebenfalls verewigt hat. Auch sonst gibt es zwischen Hafen und Innenstadt einiges zu entdecken. Comillas ist ein bezauberndes Städtchen an der nördlichen Küste Spaniens, das besonders für seine einzigartige Architektur bekannt ist. Besonders auffällig ist der Palast von Sobrellano, ein Werk des katalanischen Architekten Antoni Gaudí, das dem Ort einen Hauch von Modernisme verleiht. Neben der Architektur bietet Comillas auch wunderschöne Strände, wie den Playa de Comillas, der sich ideal zum Sonnenbaden und Entspannen eignet. Das historische Zentrum mit seinen engen Gassen und alten Häusern lädt zum Bummeln ein. Comillas ist ein idealer Ausgangspunkt, um die Schönheit der kantabrischen Küste zu erkunden. Die Umgebung bietet zahlreiche Wanderwege und Naturparks. Comillas Comillas Comillas mehr Bilder… End of Content. Städtetipp: San Vicente de la Barquera Schon die Fahrt dorthin ist landschaftlich besonders. Man kommt an mehreren Hotspots für Vogelbeobachtungen vorbei. Für diesen Ort sollte man sich durchaus einige Stunden einplanen. Besondere Motive ergeben sich, wenn man in die verschiedenen Richtungen herausgeht und das Dorf von weiter weg betrachten kann. San Vicente de la Barquera ist ein Fischerdorf an der kantabrischen Küste Spaniens. Mit seiner malerischen Altstadt, den historischen Gebäuden und dem Blick auf die Picos de Europa ist es ein beliebtes Reiseziel. Die Stadt ist bekannt für ihren Hafen, der von bunten Fischerbooten gesäumt wird. Die historische Altstadt, die zum Kulturgut erklärt wurde, lädt zum Bummeln ein. Hier findet man enge Gassen, alte Häuser und zahlreiche Kirchen. San Vicente de la Barquera San Vicente de la Barquera Jakobsweg Wohnmobil San Vicente de la Barquera mehr Bilder… End of Content. Wohnmobilstellplatz: Der Hauptparkplatz war sehr voll, wer da kein Glück hat, der kann es weiter hinten versuchen. Her waren einige Parkplätze frei und ich war nicht der Einzige, der dort übernachtete. Einige standen auch noch weiter hinten, am Beginn der Hafenmauer. Surfer bevorzugen die gegenüberliegende Seite der Bucht. Nationalpark Picos de Europa – Ruta des Cares 229. Tag im Postauto. Eine der schönsten und bekanntesten Touren ist die Ruta des Cares. Der Weg hatte früher eine praktische Funktion, ist aber inzwischen zu einem Muss für Naturliebhaber in Nord-Spanien geworden. Nach 3 Stunden hatte ich die Hälfte des anspruchsvollen Weges hinter mir und entschloss mich zum Rückweg. Vielleicht mache ich nächstes Jahr die andere Hälfte von der anderen Seite. Die Autofahrt außen herum dauert 3 Std. Ruta des Cares Ruta des Cares Ruta des Cares mehr Bilder… End of Content. Wohnmobilstellplatz Ruta del cares: Parkplätze sind am Startpunkt der Wanderung selten, noch seltener sind Parkplätze, die eben sind und sich deswegen zum Übernachten eigenen. Wenn es irgendwie geht, dann so, dass man am Nachmittag anreist und hier übernachtet. Bereits um 7 waren die guten Plätze belegt. Ca 2 Km vorher ist ein etwas größerer Parkplatz, auf dem einige Camper standen. Wohnmobilstellplatz ruta del cares – Las Arenas: Für die Großen und die, die keinen Parkplatz suchen wollen, gibt es in Las Arenas, ca. 7 Km vor der Ruta del cares einen sehr großen Parkplatz. Von hier fährt ein Bus hoch. Außerdem gibt es hier noch Cafes und sogar eine Münzwäscherei. Sehenswürdigkeit und FKK-Tipp: Playa de Torimbia (Nur Bulli!) Dieser Strand wäre das Ergebnis, wenn man versuchen würde, einen perfekten Strand zu malen. Ein Wunder, dass ihn nicht schon eine große Filmproduktion entdeckt hat. Aber die Zufahrt ist extrem eng und ich war mit dem Bulli schon am Zielen. Man kann jedoch vor dem Dorf parken, der Fußweg zum Aussichtspunkt lohnt sich! Playa de Torimbia – Ein Juwel der asturischen Küste Die Playa de Torimbia ist ein wahres Naturwunder und zählt zu den schönsten Stränden Asturiens. Eingebettet in eine malerische Landschaft mit steilen Klippen, bietet sie eine einzigartige Atmosphäre für Naturliebhaber und Ruhesuchende. Der feine, weiße Sandstrand erstreckt sich über mehrere hundert Meter und lädt zum Sonnenbaden und Entspannen ein. Das kristallklare Wasser ist ideal zum Schwimmen und Schnorcheln. Aufgrund ihrer natürlichen Schönheit ist Torimbia auch ein beliebtes Ziel für Naturfotografen. Ein besonderes Merkmal der Playa de Torimbia ist ihre Bedeutung als FKK-Strand. Hier können Besucher die Natur ungestört genießen. Playa de Torimbia Playa de Torimbia Playa de Torimbia mehr Bilder… End of Content. Städtetipp: Ribadesella Ribadesella ist eine kleine Stadt, die durchaus einen Besuch wert ist. Wer mit Bulli anreist, kann problemlos auf dem Parkplatz im Ort übernachten. Die etwas Größeren sollten auf den Stallplatz am Rande der Stadt und den Fußweg in Kauf nehmen. Ribadesella Ribadesella Ribadesella mehr Bilder… End of Content. Wohnmobilstellplatz mit Ver- und Entsorgung: Entgegen anderen Veröffentlichungen fand ich den Platz sehr sauber und in allen Dingen funktionsfähig. Die Gemeinde Ribadesella gibt sich offenbar Mühe, alles in Ordnung zu halten. Städtetipp: Gijón Man sollte meinen, an einem Sonntag kann man problemlos in eine Stadt fahren. Gleich nach dem Ortsschild war schon Stau und scheinbar wollt ganz Asturien an diesem sonnigen Tag durch die Stadt spazieren. Auf den endlosen Promenaden waren unzählige Menschen, die Strände waren, für diese Jahrezeit, voll und in den Cafes kein Platz mehr zu bekommen. In Spanien ist das Wohnzimmer eben die Straße! Gijón, eine lebhafte Hafenstadt an der nördlichen spanischen Küste, vereint maritime Tradition mit
Jakobsweg mit dem Wohnmobil Nordost

Jakobsweg mit dem Wohnmobil – Tipps, Sehenswürdigkeiten und Wohnmobilstellplätze Der Nordosten Ca. 400 KM Den Jakobsweg mit dem Wohnmobil? Diese Frage ist durchaus berechtigt. Aber was ist der Jakobsweg denn eigentlich? Wenn man ihn als persönliche sportliche Herausforderung sieht, dann ist es auf keinen Fall möglich, die Strecke mit dem Wohnmobil oder dem Camper zurückzulegen. Aber, wenn es um den Sport geht, warum tragen dann Marathonläufer keine Jakobsmuschel? Auf die religiöse Deutung verzichte ich jetzt, diese Frage beantwortet eh jeder für sich selber. Ist der Weg aber nicht so zu deuten, dass man sich auf einen Weg macht, dabei zu sich und seinen Gedanken findet und möglichst nachhaltig verändert zurückkehrt? Klar sind die Menschen im Mittelalter nicht mit dem Wohnmobil unterwegs gewesen, aber eben auch nicht zu Fuß, mit Cellphone, Navi und Gepäckservice. Und wer wäre jetzt, dem Sinn nach, ein *berechtigter* Pilger? Der, der in der Gruppe, laut schwatzend einen Wanderurlaub macht, oder der, der im Wohnmobil unterwegs ist? Es ist kein Vergleich und kein Wettstreit erlaubt! Jeder muss es für sich selber entscheiden! Ich jedenfalls lebe seit über 200 Tagen fast alleine im Post-Auto. Erkunde die Welt und jetzt für einige Wochen hier auch den Jakobsweg. Das Leben im Bulli ist anspruchsvoll, minimalistisch, nicht immer leicht, aber sehr spontan und kein Tag ist wie der andere. Ich bin definitiv auf einer Pilgerreise und das nicht erst seit ich hier in Spanien bin! Nach den Regeln der Jakobsgesellschaft ist zwar nur der ein echter Pilger, der zu Fuß, mit Rad (ohne Motor) oder Esel oder mit dem Segelschiff unterwegs ist, aber ich lasse mir meinen Jakobsweg mit dem Wohnmobil trotzdem nicht ausreden. Da ich die nördliche Route, also immer am Atlantik fahren werde, beginne ich meinen Jakobsweg da, wo ich auf meiner Reise zum ersten Mal auf die Biskaya treffe. Nämlich südwestlich von Bordeaux an der wunderschönen Düne von Pilat. Das Ende soll da sein, wo man das Ende der Welt verortete, am Kap Finisterre. In diesem Beitrag starte ich im Nordosten bis Sandanter, den Nord-Westen der Jakobsweg-Region habe ich hier beschrieben. Dune du Pilat Info: Die Dune du Pilat – Europas größte Wanderdüne Die Dune du Pilat, gelegen am Eingang der Bucht von Arcachon in Frankreich, ist ein Naturwunder, das jedes Jahr Millionen von Besuchern anzieht. Diese gigantische Sanddüne ist nicht nur die größte in Europa, sondern auch eine der beweglichsten. Angetrieben von Wind und Gezeiten wandert sie jedes Jahr um mehrere Meter Richtung Osten und verschlingt dabei Stück für Stück den angrenzenden Wald. Mit einer Höhe von bis zu 110 Metern, einer Länge von rund 2,7 Kilometern und einem Volumen von etwa 60 Millionen Kubikmetern Sand ist die Dune du Pilat ein imposantes Naturphänomen. Von ihrem Gipfel eröffnet sich ein atemberaubender 360-Grad-Blick über die Bucht von Arcachon, den Leuchtturm von Cap Ferret und den umliegenden Wald. Die Entstehung der Düne reicht Tausende von Jahren zurück. Über Jahrtausende hinweg formte der Wind den feinen Sand zu dieser beeindruckenden Formation. Aufgrund ihrer einzigartigen Eigenschaften und ihrer Bedeutung für das Ökosystem wurde die Dune du Pilat 1978 zum Naturschutzgebiet erklärt. Für mich als Landratte sind Dünen immer wieder faszinierend. Diese hier ist aber auch etwas besonderes, wenn man Dünen kennt. Sie ist ein wahrer Berg aus Sand. Wenn man bereit ist, einige Minuten zu laufen, dann verlieren sich auch die Menschen und man findet tatsächlich auch unberührten Sand und freie Blicke auf den Atlantik. Die Parkgebühr von 7 Euro für 4 Stunden sind ok, wenn man bedenkt, dass hier auch einiges an Infrastruktur und gute Parkplätze vorhanden sind. https://de.wikipedia.org/wiki/Dune_du_Pilat Dune du Pilat Dune du Pilat Dune du Pilat (1) mehr Bilder… End of Content. Strandtipp 1: Biscarrosse Plage Biscarrosse Plage – Ein Paradies für Wassersportler und Naturliebhaber Biscarrosse Plage, gelegen an der französischen Atlantikküste, ist ein beliebtes Reiseziel für Urlauber, die Sonne, Strand und Wassersport lieben. Die langen, feinsandigen Strände bieten ideale Bedingungen zum Baden, Sonnenbaden und Surfen. Biscarrosse ist bekannt für seine hervorragenden Wellen, die sowohl Anfänger als auch Profis anziehen. Neben dem Wassersport hat Biscarrosse auch für Naturliebhaber einiges zu bieten. Die umliegenden Pinienwälder laden zu Spaziergängen und Fahrradtouren ein. Für diejenigen, die die Natur hautnah erleben möchten, gibt es zahlreiche Wanderwege. Da ich in der Nachsaison unterwegs bin wirkt der Ort etwas verschlafen. Aber ich suche ja nicht den Rummel, sondern die Einsamkeit. Dafür ist dieser unendliche Strand genau richtig. Und Parkplatzsorgen habe ich auch keine. Biscarrosse Plage Biscarrosse Plage Biscarrosse Plage Strandtipp 2: Mimizan Plage Mimizan Plage – Eine Perle an der Silberküste Alternativ kann man auch etwas weiter fahren. Auch hier wirkt im Oktober alles verschlafen. Aber es ist wirklich etwas Besonderes diese Weite ganz für sich alleine zu haben. Mimizan Plage, ein kleiner Küstenort in den Landes, Frankreich, ist ein wahres Paradies für Strandliebhaber und Wassersportler. Mit seinen 10 Kilometern feinsandigem Strand, der sich zwischen dem Atlantik und dem Wald von Landes erstreckt, bietet er eine einzigartige Kulisse für einen entspannten Urlaub. Die Region ist besonders bei Surfern beliebt. Die Wellen an Spots wie La Garluche und Goëlands ziehen sowohl Anfänger als auch Profis an. Aber auch Familien finden hier ideale Bedingungen zum Baden, Sandburgen bauen oder einfach nur die Sonne genießen. Um Wohnmobilstellplätze muss man sich keine Sorgen machen. Wer sich nicht daneben benimmt, keine Stühle auspackt, wird genug Parkplätze für das Womo finden. An machen Orten kann man den Trubel des Sommers erahnen, wenn man Höhenbegrenzungen und Parkverbote stehen sieht. Routentipp: Von der Route entlang des Atlantiks hatte ich mir irgendwie mehr Meer versprochen. Sicher, die Strecke ist schön, es gibt einige schöne Rastplätze, immer wieder Möglichkeiten zum Strand zu fahren oder eine Wanderung in die Gegend zu unternehmen, aber man sieht von der Biskaya nichts und kommt nur sehr langsam voran und so wird es auf die Dauer ermüdend. Städtetipp: Biarriz Biarritz, ein eleganter Badeort an der baskischen Küste Frankreichs, lockt mit seinem Charme und der beeindruckenden Natur. Die Stadt, die einst von der französischen Kaiserin Eugénie entdeckt wurde, hat ihren Glanz aus der Belle Époque bis heute bewahrt. Biarritz
10 Tage mit dem Wohnmobil durch das Baskenland, La Rioja, Navarra und Aragonien – Tipps für Stellplätze und Sehenswürdigkeiten

Spaniens Nord-Osten Baskenland, La Rioja, Bardenas Reales und Aragonien mit dem Wohnmobil – Tipps für Stellplätze und Sehenswürdigkeiten Die Route für Wohnmobile: Ca. 450 KM in 10 Tagen Genau genommen ist die Tour die Fortsetzung dieser Tour, die ich zuerst unternommen hatte. 10 Tage mit dem Wohnmobil durch Aragonien, Navarra und dem Baskenland – Tipps für Stellplätze und Sehenswürdigkeiten Diese Fortsetzung führt an einem Feiertag nach Bilbao, dann Richtung Süden. Über die Hauptstadt des Baskenlandes, Vitoria-Gasteiz, fahre ich in eine der kleineren autonomen Regionen Spaniens, La Rioja. Dort sehe ich Geier und Adler und fahre an vielfach prämierten Weingütern und deren Bodegas vorbei, komme zu einer spanischen Hochzeit und erreiche Logroño. Anderntags mache ich einen Ausflug zum Highlight der ganzen Gegend, den Bardenas Reales, einer streng geschützten Halbwüste, die für ihre bizarren Felsformationen, vor allem für den Castil de Tierra, bekannt ist. In Saragossa, der einstigen Grenze zwischen dem Karthagischen Reich und dem Römischen Reich bestaune ich eine riesige Pyramide aus Blumen und komme dann durch Huesca. Die Länge der Tour empfiehlt einen längeren Aufenthalt als 10 Tage. Anfahrt: Die Anfahrt nach Bilbao erfolgt in der Regel über die spanische Biskaya-Küste vorbei an San Sebastián. Von München, Köln oder Berlin kann man durchaus mit 2 vollen Tagen Anfahrt rechnen. Info: Bilbao, die größte Stadt des Baskenlandes, ist eine faszinierende Mischung aus Tradition und Moderne. Bekannt geworden durch das spektakuläre Guggenheim-Museum, besticht Bilbao durch seine beeindruckende Architektur, die von weltberühmten Architekten gestaltet wurde. Neben dem Museum lockt die Stadt mit einer lebendigen Kulturszene, einer historischen Altstadt und einer atemberaubenden Naturkulisse. Bilbao ist ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen und bietet Besuchern eine einzigartige Mischung aus Kunst, Geschichte und Gastronomie. Die Stadt am Nervión ist ein ideales Reiseziel für alle, die das Besondere suchen. https://www.bilbao.eus/ Tag 1 und 2 : Bilbao Top-Sehenswürdigkeit: Guggenheim-Museum Das Guggenheim-Museum Bilbao ist ein Wahrzeichen moderner Architektur und ein Mekka für Kunstliebhaber. Entworfen vom Stararchitekten Frank Gehry, ist das Gebäude selbst ein Kunstwerk aus Titan, Glas und Stein. Seine kurvenreichen Formen und die dynamische Fassade spiegeln sich in der Kunst wider, die hier gezeigt wird. Das Museum beherbergt eine beeindruckende Sammlung zeitgenössischer Kunst und wechselnde Sonderausstellungen internationaler Künstler. Bilbao wurde durch das Guggenheim-Museum zu einer bedeutenden kulturellen Metropole und zieht jährlich Millionen Besucher an. Bilbao Bilbao DSC05460-b-900-c Load More End of Content. Wissentswert: Der Bilbao-Effekt beschreibt die positive transformative Wirkung eines spektakulären Bauwerks auf eine Stadt. Benannt wurde er nach der spanischen Stadt Bilbao, die durch den Bau des Guggenheim-Museums, entworfen von Frank Gehry, einen enormen Aufschwung erlebte. Wie funktioniert der Bilbao-Effekt? Tourismus: Das beeindruckende Gebäude zieht Touristen aus aller Welt an. Diese bringen nicht nur Geld in die Stadt, sondern tragen auch zu einer Belebung des kulturellen Lebens bei. Imagewandel: Das Guggenheim-Museum veränderte das Image Bilbaos von einer verschmutzten Industriestadt zu einer modernen und kulturell bedeutenden Metropole. Wirtschaftliche Entwicklung: Der Tourismusboom führte zu einer verstärkten Nachfrage nach Dienstleistungen und Produkten, was wiederum die lokale Wirtschaft ankurbelte. Investitionen: Das Guggenheim-Museum fungierte als Katalysator für weitere Investitionen in die Stadt. Neue Hotels, Restaurants und Geschäfte entstanden. Kritik am Bilbao-Effekt Trotz der positiven Aspekte wird der Bilbao-Effekt auch kritisch betrachtet: Abhängigkeit: Die starke Abhängigkeit von einem einzigen Gebäude kann Risiken bergen. Wenn die Attraktivität des Gebäudes nachlässt, könnte dies auch negative Auswirkungen auf die Stadt haben. Gerechtigkeit: Nicht immer profitieren alle Bürger gleichermaßen von den positiven Effekten. Es besteht die Gefahr, dass sich die Stadtentwicklung auf bestimmte Bereiche konzentriert und soziale Ungleichheiten verstärkt. Verlust der Identität: Durch den Fokus auf ein spektakuläres Bauwerk besteht die Gefahr, dass die eigene Identität einer Stadt in den Hintergrund tritt. Tag 3 und 4: Vitoria-Gasteiz Info: Vitoria-Gasteiz, die Hauptstadt des spanischen Baskenlandes. Sie besticht durch ihre gepflegte Altstadt mit hübschen Plätzen und historischen Gebäuden. Die Kathedrale Santa María ist ein beeindruckendes Beispiel gotischer Architektur. Vitoria-Gasteiz ist aber auch eine grüne Stadt mit zahlreichen Parks und Gärten. Der Anlagenpark, ein wahres Paradies für Naturliebhaber, lädt zum Spazieren ein. Die Stadt ist zudem bekannt für ihre Gastfreundlichkeit und ihre lebendige Kulturszene. Zahlreiche Festivals und Veranstaltungen finden das ganze Jahr über statt. Wer die baskische Kultur erleben möchte, ist in Vitoria-Gasteiz genau richtig. https://www.vitoria-gasteiz.org/ Vitoria-Gasteiz Vitoria-Gasteiz Wohnmobilstellplatz: Vitoria-Gasteiz hat zwei große kostenlose Parkplätze, die beide für Wohnmobile gut sind. Auf dem Nördlichen ist auch eine Ver- und Entsorgung dabei. Über Platz braucht man sich in der Stadt keine Sorgen zu machen. Auch das Radfahren klappt gut und man kommt schnell in dei City. Tag 5: über Laguardia nach Logroño Aussichtspunkt: Puerto de Herrera: Auf dem Weg in den Süden kommen wir über einen sehr schönen Pass, mit der Möglichkeit einen spannenden Spaziergang zu machen. Hier endet das Baskenland und die autonome Gemeinschaft La Rioja beginnt. Der Spazierweg beginnt in Richtung Westen und man kommt zu einem Aussichtspunkt, auf dem einmal eine Burg stand. Von hier aus kann man gut über die La Rioja sehen. Geier und Adler, die den Hang entlang schweben, kann man ebenfalls gut beobachten. Info: Weinregion La Rioja Nach dem Pass Puerto de Herrera ändert sich die Landschaft. Sie wird flach und von hier an wird Wein angebaut. Auf dem Weg kommt man an vielen großen Bodegas vorbei. Manche haben Parkplätze für Reisebusse und alle bieten Weinproben an. La Rioja ist eines der renommiertesten Weinbaugebiete Europas. Die Region ist berühmt für ihre Rotweine, die aus der Rebsorte Tempranillo gewonnen werden. Die Weinberge erstrecken sich über hügelige Landschaften und bieten eine malerische Kulisse. Die Geschichte des Weinbaus in La Rioja reicht Jahrhunderte zurück. Traditionelle Keller, sogenannte Bodegas, prägen das Bild der Region. Hier reifen die Weine in großen Eichenfässern und entwickeln ihre charakteristische Aromenvielfalt. Das historische Dorf: Laguardia: Unbedingt sollte man sich Laguardia ansehen. Auf der Westseite des Hügels ist ein Parkplatz der ausreichend für Wohnmobile aller Art ist. Laguardia in der Rioja Alavesa, ist ein mittelalterliches Dorf, das auf einem Hügel thront und von einer beeindruckenden Stadtmauer umgeben ist. Die verwinkelten Gassen, die historischen Gebäude und der atemberaubende Panoramablick machen Laguardia zu einem beliebten Reiseziel. Das Dorf ist bekannt für seinen Weinbau und seine zahlreichen Bodegas, in
Bilbao

7/22 Kunst, Hochglanz und Parkgebühr
Gaztelugatxe und game of thrones

6/22 Jakobsmuscheln, Watt und echte Drachen
Baskenland

5/22 Meer, Strafzettel und Champagner
Navarra, Foz de Lumbier und Pamplona

4/22 Schlucht, Stier und Party







































